Freitag, 26. Dezember 2014

Strobel, Arno: Abgründig

Dialog auf der Suche nach einem Buch:

"Guten Tag, ich suche was für einen Dreizehnjährigen, aber ohne..."
"... Drachen, Zwerge, Elben, Vampire und Wehrwölfe?"
"Genau!"
"Hier habe ich einen brandneuen Jugendthriller von Arno Strobel."
"Oh, danke."

Bezeichnend, dieser Dialog. Für Verkäuferinnen in diversen Buchhandlungen ist dieser aber vielleicht gar nicht so verblüffend.
So bekam ich dieses Buch in die Hände und schenkte es meinem Neffen zu Weihnachten. Da der Knabe mit anderen Geschenken beschäftigt war, erhielt ich natürlich die Gelegenheit, das 240 Seiten starke Buch "schnell noch" zu lesen. 

* * *

Auf der Webseite von Arno Strobel finden wir folgende kurze Beschreibung:

"Eingesperrt auf engstem Raum, ohne Aussicht auf Rettung, erkennt man ganz neue Seiten an seinen „Freunden“. Hässliche Seiten. Tödliche Seiten ... Geplant war eine lässige Bergtour – auf eigene Faust auf die Zugspitze und wieder zurück, bevor die anderen im Camp etwas merken. Doch als die kleine Gruppe um Tim am Morgen aufbricht, scheint das Unglück vorprogrammiert. Sie geraten in ein heftiges Unwetter und müssen in einer verlassenen Hütte Unterschlupf suchen. Sie wissen nicht, wo sie sind, sie haben keine Möglichkeit, mit dem Rest der Welt Kontakt aufzunehmen, und sie sitzen fest. Solange Sturm und Regen toben, ist an einen Abstieg nicht zu denken. Zunehmend liegen die Nerven blank und Vorwürfe machen die Runde, schließlich kommt es sogar zur Prügelei. Am nächsten Morgen ist einer von ihnen verschwunden. Zurück bleibt eine Blutlache – und die Frage, ob es unter ihnen einen Mörder gibt."

Bei Grainau gibt es ein Klettercamp - ein Ferienlager. Da treffen sehr unterschiedliche Charaktere aufeinander. Man hält das anfängliche Training an Kletterwänden für "Kinderkram". Zumindest gilt das für den Ältesten, den Ralf. Fast Achtzehn und ein Angeber vor dem Herrn. Dann ist da noch der erst vierzehnjährige Fabian, der bereits  in die Elfte kommt und ein exzellenter Logiker ist.  Denis kommt aus einem Heim. Drei Mädchen sind auch dabei. Lukas schleppt als einziger einen großen Rucksack mit. Als "wärmendes" Getränk gibt es Wodka. Aus Sicht eines Erwachsenen ist die Gruppe also nicht sonderlich vernunftbegabt. Aber das sind die Figuren eines Erwachsenenromans ja nun auch nicht.
Natürlich darf Jugendliebe nicht fehlen. Tim, die Hauptfigur, hat Unterstützung später auch sehr nötig. Diese erhält er dann sogar aus unerwarteter Richtung.

Arno Strobel hat die Geschichte nach Grainau verlegt, in das Zugspitzgebiet. Das Klettercamp, in das die Jugendlichen kommen gibt es ja so nicht, der Weg, den die Gruppe aber am Zugspitzenmassiv geht ist sehr real beschrieben.

Quelle: Wikipedia

Es ist eine spannende Geschichte, deren Ende durch den Prolog ein wenig vorhersehbar ist. Aber das, was Arno Strobel zwischendurch erzählt, macht dann ja erst den Thriller aus. Es ist ein Jugendbuch, dass den selben Regeln folgt, wie ein Thriller für Erwachsene - aber nur auf 240 Seiten. Ungeduldige Leute kommen eben so schnell zum Schluss. Ein schönes Buch über Freundschaft, Konflikte, erste Liebe, Gewalt, Abenteuer und Verantwortung...

* * *

Der 1962 in Saarlouis geborene Arno Strobel ist mit seinen Romanen, er fing erst mit vierzig an zu schreiben, doch schnell ziemlich berühmt geworden. Er ist ein Beispiel dafür, dass das erfolgreiche Schreiben am Ende zu Entscheidungen zwingt, bei Arno Strobel führte das zur Aufgabe seines Berufes in der IT-Abteilung einer Bank. Aber das erzählt er auch selbst auf seiner Homepage.

Selbst hatte ich mit Arno Strobel erstmals "Kontakt" durch das Hörbuch DER TRAKT. Dies ist nun das erste "Leseexemplar", mit dem ich sehr zufrieden war.


DNB / Loewe Verlag / Bindlach  2014 / ISBN: 978-3785578643 / 240 S.
Leseprobe bei Löwe


© KaratekaDD

1 Kommentar:

  1. Das klingt wirklich ansprechend. Jugendthrilller - so was...

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