"Der Rollenname war Programm: Kommissar Ehrlicher verband ostdeutsche Bodenständigkeit und Erfahrung mit einem gerüttelten Maß an Umsicht und Glaubwürdigkeit. Die Figur war wohl auch deswegen so beliebt, weil sie erfolgreich durch die Untiefen eines teils prekären Umbruchs der 1990er-Jahre navigierte. Die Umbrüche im Dresdner Stadtbild waren fast in jeder Folge inklusive.“ [1]In diesem Heft geht es um eine Reihe von realen Tatorten in Dresden, die Autoren beginnen 1724 mit einem spektakulären Fall und arbeiten sich sich durch bis zur Gründung der Soko Rex (Sonderkommission Rechtsextremismus) die 1991 beim LKA Sachsen gegründet wurde.
"Der Austausch betraf nicht nur Polizisten mit vormaliger NSDAP-Mitgliedschaft, sondern auch Beamte, die der Staatspartei nicht angehört hatten. Nur in Ausnahmefällen konnten Polizisten weiter ihren dienstverrichten, wenn sie den Nachweis eines antifaschistischen Verhaltens im NS-Regime erbrachten.“ [2]

"Mich beschäftigen zweitens Umbruchzeiten. Was kommt dann noch so aus dem Menschen raus, aus dem scheinbar normalen Menschen? Oder was bewirken diese Umbruchzeiten? Gerade haben sie alle noch ,Heil Hitler!‘ gebrüllt und im nächsten Moment, und das sagt einer der Russen im Buch ,Der Angstmann‘: ,Nix Nazi, kein Nazi? Was? Nie Faschist, niemand war Faschist‘ [4]
- Förster, Kästner, Schmeitzner: Tatorte als Spiegel der Stadtgesellschaft? In: Dresdner Hefte / 44. Jg / Heft 166 – 2-26 / Seite3 ↩︎
- Mike Schmeitzner: Wie Phönix aus der Asche?, Ebenda, Seite 53 ↩︎
- Ebenda, Seite 52 ↩︎
- Caroline Förster: „Also erstens fasziniert mich der Mensch an sich“, In: Ebenda, Seite 92 ↩︎
PS: Warum findet sich im Titelbild des „Stolpersteine“ Buch? na, weil Ehrlicher und Kain zum Polizeipräsidium immer in der falschen Richtung über das Blaue Wunder gefahren sind. Aber das war ja nicht der Grund für das Buch. In diesem hat Manfred Lukaschewski Krimiautoren und Drehbuchautoren eine Handreichung zur Fehlervermeidung verpasst, auch Frank Goldammer hat so ein persönliches Exemplar. Aber das gilt natürlich für eine andere Umbruchzeit.
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Manchmal freut man sich sehr über Fortsetzungen...
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