Sonntag, 26. Juli 2026

Boie, Kirsten: Ein Sommer in Sommerby (Hörbuch)

 

Marthas Mama hatte einen Unfall, deswegen fliegt Papa zu ihr nach New York. Martha, Mikkel und Mats können nicht alleine bleiben und müssen zu Oma nach Sommerby, auch wenn sie die Oma überhaupt nicht kennen. Dort gibt es weder Telefon, WLAN noch Fernseher. Dafür Hühner, das Meer und viel Natur. Eines Nachts bricht jemand in den Schuppen ein. Das gibt Ärger! Kein Wunder, dass die Kinder zuerst nach Hause wollen. Doch dann ist die fremde Oma vielleicht gar nicht so doof und gemeinsam versuchen sie herauszufinden, wer wirklich nachts um das Haus schleicht. (Verlagsbeschreibung)

DNB / Jumbo / 2018 / ISBN 978-3-8337-3840-1 / 350 Minuten
Reihe: Sommerby Bd. 1
Kirsten Boie bei Litterae Artesque: Der Nashorn-Fall (Thabo Bd. 1)


Kurzmeinung: Feriengeschichte voller Spannung, heiterer Momente und berührender Szenen - netter Reiheneinstieg, der Lust auf mehr macht!







UNTERHALTSAME FERIENGESCHICHTE...


Die zwölfjährige Martha und ihre jüngeren Brüder Mats und Mikkel müssen die Ferien bei ihrer Oma auf dem Land verbringen. Und diese Oma ist ein bisschen seltsam: Sie wohnt allein in einem abgelegenen Haus, verkauft selbst gemachte Marmelade, hat kein Telefon und erst recht kein Internet. Aber Hühner, ein Motorboot und ein Gewehr, mit dem sie ungebetene Gäste verjagt. Als die Idylle bedroht wird, halten die Stadtkinder und ihre Oma zusammen und erkennen, worauf es im Leben wirklich ankommt.

Tatsächlich erscheinen zu Beginn weder die Kinder noch die recht grummelig wirkende Oma besonders sympathisch, was den Einstieg etwas erschwert hat. Die Kinder sind es nicht gewohnt im Haushalt zu helfen, was die Großmutter allerdings selbstverständlich erwartet, Martha aber als Sklavenarbeit empfindet. Die Zwölfjährige beschäftigt sich in Gedanken meist eher mit ihrer im Luxusurlaub verweilenden Schulfreundin und ist genervt, dass es rund um Omas Haus keinen WLAN-Empfang gibt. Den bräuchte es natürlich auch, um Nachrichten von ihrem Vater zu erhalten, der gerade in New York weilt, um seiner verunfallten Frau beizustehen, die dort im Krankenhaus liegt. Der siebenjährige Mikkel passt sich der ungewohnten Situation am leichtesten an - er ist harmoniebedürftig und bemüht sich, auch die Oma bei Laune zu halten. Mit den Tieren auf dem Hof fühlt er sich wie im Paradies, und er versucht, sich mit allen Hühnern und Gänsen anzufreunden. Mats dagegen ist ein verwöhnter Vierjähriger, der es nicht gewohnt ist, selbst nach Lösungen zu suchen und der schnell in Wut gerät und erwartet, dass alle auf seine Launen Rücksicht nehmen.

Allmählich gewöhnen sich die Kinder an das Leben auf dem Land und an die Oma, zu der sie bisher gar keinen Kontakt hatten. Und sie schließen mit den netten Menschen in der Umgebung Freundschaft. Und obgleich es ihr schwerer fällt als den beiden Kleinen, fühlt sich bald auch Martha wohl in Sommerby. Toll an der Oma ist zudem, dass sie den Kindern allerlei zutraut und sie Dinge selber regeln lässt. Aber nicht alles ist immer nur idyllisch. Da gibt es jemanden, der der Oma unbedingt ihr Häuschen abkaufen will. Und es beschäftigt Martha, weshalb der Kontakt zwischen ihren Eltern und der Oma abgebrochen ist. Kleine und große Sommerabenteuer erwarten die drei Kinder, gekrönt von einer lebensgefährlichen Bootsfahrt in einem starken Sturm.

Die (leider) gekürzte Hörbuchausgabe (5 Stunden und 50 Minuten) wird lebendig und unterhaltsam gelesen von Julia Nachtmann.

Vier Sommerby-Bände gibt es mittlerweile, und diese Feriengeschichte voller Spannung, heiterer Momente und berührender Szenen war definitiv ein netter Reiheneinstieg, der Lust auf mehr macht!


© Parden




Kirsten Boie, geboren 1950 in Hamburg, ist eine der renommiertesten deutschen Kinder- und Jugendbuchautor*innen. Nach ihrem Studium promovierte sie in Literaturwissenschaft und arbeitete anschließend als Lehrerin. Nach der Adoption des ersten Kindes musste sie auf Verlangen des vermittelnden Jugendamtes die Lehrerinnentätigkeit aufgeben und begann zu schreiben. 1985 erschien Kirsten Boies erstes Buch, "Paule ist ein Glücksgriff", das mehrfach ausgezeichnet wurde. Für ihr Gesamtwerk erhielt Kirsten Boie im Jahr 2007 den Sonderpreis des Deutschen Jugendliteraturpreises und im Jahr 2008 den Großen Preis der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur. 2011 wurde sie mit dem Gustav-Heinemann-Friedenspreis ausgezeichnet. Inzwischen sind von Kirsten Boie rund 100 Bücher erschienen und in zahlreiche Sprachen übersetzt worden. Für ihr ehrenamtliches Engagement wurde ihr 2011 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse verliehen und 2019 wurde die Autorin zur Ehrenbürgerin ihrer Heimatstadt Hamburg ernannt. Auf der Frankfurter Buchmesse 2022 erhielt sie den Deutschen Jugendliteraturpreis. Kirsten Boie hat zwei erwachsene Kinder und lebt mit ihrem Mann bei Hamburg. (Quelle: Jumbo)



Julia Nachtmann wurde 1981 in Stuttgart geboren. Schon während ihres Studiums an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg war sie mehrfach am Thalia Theater zu sehen. Es folgten Engagements am Deutschen Theater Berlin und Theater Basel. 2006 wurde sie mit dem Boy-Gobert-Preis ausgezeichnet. Sie wirkt außerdem in Fernsehproduktionen wie dem "Tatort", "In aller Freundschaft. Die jungen Ärzte" und in der Kinokomödie "Die Kirche bleibt im Dorf" mit. Julia Nachtmann ist eine der profiliertesten deutschen Hörbuchsprecherinnen. (Quelle: Jumbo)


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