Sonntag, 30. März 2014

Schlöndorff: Tod eines Handlungsreisenden

Schlöndorff: Quelle
Einer Empfehlung folgend, lies ich mich an einem Sonnabend, also gestern, darauf ein, ►Volker SCHLÖNDORFFs filmische Umsetzung des Schauspiels ► TOD EINES HANDLUNGSREISENDEN von  ►Arthur MILLER im Fernsehen anzusehen.
Schlöndorff wurde ja besonders für seine Literaturverfilmungen bekannt. Von ihm stammem zum Beispiel:
A. Miller: Quelle
Ich gestehe ein, die Masse der Titel aus der Filmografie kenne ich gar nicht.  Nun allerdings einen mehr. Geschrieben hat das Theaterstück, welches mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet wurde, Original: Death of Salesman, der US-amerikanische Schriftsteller Arthur MILLER (1915 - 2005), dessen gesellschaftskritische Dramen auch gegen den sogenannten Amaerican Way of Life gerichtet sind. Seine Haltung wird auch noch einmal deutlich, wenn er auf Grund seiner Anspielungen auf die Kommunistenverfolgung unter dem ►Senator McCarthy im Drama ► HEXENJAGD Schwierigkeiten bekam, die auch in Gefängnisaufenthalt und Passentzug gipfelten. HEXENJAGD wurde übrigens durch die DEFA verfilmt mit Unterstützung von ► Jean-Paul Sartre und u.a. mit ► Yves Montand und ► Simone Signoret verfilmt.

Wen wundert es, wenn Volker SCHLÖNDORFF für die Regie für das deutsch - amerikanische Filmprojekt gewonnen wurde. SCHLÖNDORFF war immer politisch engagiert, auch er wurde, wenn auch sicher auf ganz andere Art als MILLER, heftig kritisiert, er unterstützte 1977 den sogenannten "Rechtshilfefonds für die Verteidigung politischer Gefangener" - was das hieß in der von RAF - Anschlägen geschüttelten Bundesrepublik kann man sich denken. Später unterstützte er mehrfach die Kandidatur Angela Merkels zur Bundeskanzlerin. Ebenfalls setzte er sich 2007 für die Haftentlassung des ehemaligen RAF Angehörigen Klar ein. Man sieht, Schlöndorff ist ein streitbarer Typ.

Quelle
Mit der Verfilmung hielt sich Regisseur SCHLÖNDORFF sehr genau an die literarische Vorlage. Als Schauspieler agierten:
Das im Jahr 1949 am Brodway inszenierte ►Stück wurde im Jahr 1985 verfilmt, der Hauptdarsteller, Hoffman, hatte die Rolle des Willy Loman in den Jahren davor erfolgreich am Brodway gespielt.

Um was geht es? Der reisende Vertreter Willy Loman ist ein ältlicher und erfolgloser Handlungsreisender, der seine Niederlagen nicht einsehen will. Dies gilt auch für die ebenfalls erfolglosen Söhne Biff und Happy. Eigentlich weiss Willy, dass er vom Leben nichts weiter mehr zu erwarten hat, daher denkt er über seinen Selbstmord nach, damit die Familie die Versicherungsprämie kassieren kann. Die Familie weiß von den Selbstmordgedanken, kann sich aber auch nicht aufraffen, den Vater damit zu konfrontieren. Der eigentliche Konflikt spielt sich zwischen Willy und Biff ab. Biff hat seinen Vater mal beim Ehebruch erwischt und rebelliert durch Schulbabbruch. Inzwischen ist er 34 Jahre alt und entschließt sich, seinen Vater mit der Wahrheit und der Realität zu konfrontieren. Nachdem er sich verabschiedet hat, ist Willy endgültig entschlossen, sein Leben zu beenden.

TRAILER zum Film

Quelle: YouTube

Es gibt wohl kaum einen traurigeren Job als den eines reisenden Vertreters, der den Absprung in einen anderen Job oder eine Führungsrolle in der Firma nicht schafft. Über Jahre, tagein - tagaus herumzureisen, in fremden Hotelbetten zu nächtigen, unter Umständen ständig nur vertröstet und auch öfter beleidigt zu werden, läßt einen doch bestimmt oft resignieren. Während Willy Loman ständig davon spricht, wie bekannt und beliebt er doch ist und sich ausmalt, dass bei seiner Beerdigung viele viele Leute kommen werden, zeigt ► Udo Lindenberg  in seinem Lied vom SÄUFERMOND (► Text) auf andere, aus meiner Sicht ebenso einprägsamen Art und Weise die Einsamkeit solcher Handlungsreisenden.

UNTERM SÄUFERMOND

Quelle: YouTube


Zurück zum Film: Es ist eine schauspielerische Meisterleistung, die der mehrfache Oscarpreisträger Dustin Hoffman hier vorlegt. Auch die Synchronisation passt. Die Verzweiflung, sofort umschlagend in Hoffnung, zückblickend in Erinnerungen, er führt Selbstgespräche mit seinem Bruder und dann doch wieder diese Hoffnungslosigkeit, das ist etwas, was einem vor dem Fernser verweilen läßt, denn eigentlich ist das mehr was für das Theater. Der Film berücksichtigt dies, es ist mehr eine Theaterszene, wenn auch nicht auf einer realen Bühne. Den jungen John Malkovich so zu sehen, ist es natürlich auch wert gewesen. Überhaupt zeigt sich bei solchen Theaterfilmen das schauspielerische Talent auf besondere Aret und Weise. Der verzweifelte und vor allem ungläubige Monolog der Linda Loman am Grab ihres Mannes, die dessen Entscheidung nicht versteht, hat sie doch soeben die letzte Rate für das Haus bezahlt, zeigt dies wiederum. 
Es sei noch erwähnt, dass die Maske für Hoffman (geb. 08. August 1937) , der damals noch nicht 50 Jahre alt war, ebenfalls hervorragend umgesetzt wurde.

zur Bildergalerie

Volker SCHLÖNDORFF hat das Werk des Arthur MILLER übersetzt. Nach dem filmischen Erlebnis wird es mich irgendwann mal ins Theater treiben, mit hoher Wahrscheinlichkeit ohne Dustin Hoffman. Es wird aber auch bestimmt sehr interessant sein, das Werk einmal zu lesen.

► DNB / Fischer TB / Frankfurt a.M. / 51.1994 / ISBN: 978-3596270958 / 128 Seiten
► bei amazon

© KaratekaDD


Freitag, 28. März 2014

BlogPost Nr. 7: Neuerwerbungen im Monat März 2014

 KaratekaDD beginnt mit:

Zhao Jie beschreibt ihre Kindheit in der Zeit der Kulturrevolution in China unter Mao. Das Buch hat KaratekaDD Anfang März in der kleinen, feinen und einzigen richtigen Buchhandlung in Neustrelitz entdeckt. Daraus könnte ein kleines China Projekt werden...

"Zhao Jies bewegende Erinnerungen gewähren faszinierende Einblicke in chinesisches Denken und Leben zur Zeit der Kulturrevolution."
(Klappentext)


Außerdem ist KaratekaDD der Community www.literatur-community.de beigetreten. diese weist ein Magazin über alles Mögliche, zum Beispiel Neuerscheinungen auf. Ein Bericht behandelte das earBook über Ennio Morricone. Wer ONCE UPON A TIME IN THE WEST liebt, der kennt diesen Mann. Das Buch hat KaratekaDD heute bekommen und schmökert nun, während die Musikanlage seine Musik von einer der vier inneliegenden CD spielt. Englisch und italienisch kann man mit diesem Buch auch lernen, das ist nämlich mehrsprachig.
Schon einmal hat KaratekaDD ein Buch von Tom SEGEV gelesen, das heist DIE ERSTEN ISRAELIS. Bisher fand man die Rezension dazu unter der gerade ablebenden Webseite der Buchgesichter, nun aber wenigstens unter der LitaCom, wie die oben bereits genannte Community heißt.
Nun hat er sich das Buch 1967 zugelegt, welches den damligen sogenannten SECHSTAGEKRIEG behandelt.
Hinzu kommt das Buch ES WAR EINMAL EIN PALÄSTINA von eben demselben Autor. Da KaratekaDD gerade den Roman HADDSCH von Leon URIS liest, wird daraus vielleicht mal ein Israel - Buch -Projekt.


 Blogger sind nicht allein in dieser virtuellen Welt. Eine Seite, die mir sehr gut gefällt, ist LITERATWO. Und auf dieser wurde am 03. März das Büchlein von Mark TWAIN mit dem Titel DIE TAGEBÜCHER VON ADAM UND EVA vorgestellt. In der oben genannten kleinen und feinen Buchhandlung fand KaratekaDD das Büchlein und setze seinen nach drei Monaten endlich wiedergefunden Geburtstagsbüchergewerkschaftsgutschein ein.
Gespannt ist der karatetreibende Rezensent aus DD, welcher bekannterweise in MeckPom und dort in Neustrelitz zu Hause ist, auch auf das folgende Buch, welches preislich ein Schnäppchen, weil um die Hälfte billiger, war. Militärischen Dingen schon von Berufswegen gegenüber nicht abgeneigt, freut er sich auf hoffentlich Kurioses und eben Verblüffendes aus dieser Welt, deren Ernsthaftigkeit damit keinesfalls geleugnet werden soll.



Unser Tinsoldier hat doch in seinem letzten Bücherstapel ein Buch erwähnt mit dem seltsamen Titel: DAS MITTELMEHR - Eine Biografie". Wer schreibt schon Biografien über ein Weltmeer? Der Historikger David Abulafia. Man kann gespannt sein, wenn man sich nur allein das Inhaltsverzeichnis ansieht. Ei nicht gerade billiges, aber vermutlich selten gutes Sach- und Geschichtsbuch.
Nächste Woche kommt in die Kinos DIE BÜCHERDIEBIN. Als KaratekaDD heute das vorstehende Buch aus der kleinen aber fein sortierten Neustrelitzer Buchhandlung WILKE abholte, sah er dieses Buch da liegen. Übrigens mit Fotos aus dem Film. Der Text im Buch wird als ungekürzt angegeben. Ich bin sehr gespannt auf diesen hochgelobten Roman, weiß bloß noch nicht, wann ich damit anfangen werde.

 
Bis zuletzt hat der im August 2013 verstorbene ► Erik Neutsch am letzten Band des Mehrteilers DER FRIEDE IM OSTEN gearbeitet, die Geschichte zweier Jungs, Studenten, Männer in der DDR über Jahrzehnte.
Der letzte Band musste sein, da ja die vier anderen schon mal im Schrank standen.


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Jetzt seid ihr dran. Diesen Monat kommt hoffentlich nichts mehr dazu und danach nicht gleich.





Anne Parden

Es gibt gefährliche Seiten im Internet. Gefährliche Seiten für Süchtige wie mich. Medimops oder Rebuy beispielsweise verlocken durch die niedrigen Preise der gebrauchten Bücher, immer mehr als gewollt einzukaufen. Als ich eine Benachrichtigung erhielt, dass ein von mir gewünschtes Buch wieder vorrätig sei, konnte ich also mal wieder nicht widerstehen...

Seit "Der Club der Toten Dichter" habe ich mir vorgenommen, auch die britischen bzw. irischen Schriftsteller nicht länger links liegen zu lassen. Yeats war einer derjenigen, die im Film immer wieder benannt wurden, und als ich nun auf dieses Buch stieß, habe ich zugegriffen:
Sämtliche GEDICHTE von William Butler Yeats - zum ersten Mal komplett auf deutsch, von vier namhaften Lyrikern und einer renommierten Übersetzerin neu übersetzt. Leider ohne die Originaltexte, was ich schön gefunden hätte...

Gebundene Ausgabe: 464 Seiten
Verlag: Luchterhand Literaturverlag; Auflage: Neuübersetzung. (22. September 2005)

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DAS DEKAMERON von Boccaccio ist das nächste Buch, das mich verführen konnte:
Auf einem Landgut bei Florenz erzählen sich zehn junge Adlige, die vor der Pest aus der Stadt geflohen sind, zum Zeitvertrieb zehn Tage lang je eine Geschichte. Die 100 Novellen des berühmten 'Decamerone' sind eines der schönsten Werke der Weltliteratur. Unübertroffen ist die Vielfalt der Figuren und Motive, bis heute begeistert die Schönheit, Kraft und Lebendigkeit des Erzählens. Im Vordergrund der ganz auf Lebenslust und Daseinsfreude gerichteten Geschichten steht fast immer die Liebe.

Gebundene Ausgabe: 864 Seiten
Verlag: Anaconda (31. Juli 2013)

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DIE KORREKTUREN von Jonathan Franzen ist ein Buch, um das ich schon länger herumgeschlichen bin. Nun ist es bei mir eingezogen...
Nach fast fünfzig Ehejahren hat Enid Lambert nur ein Ziel: ihre Familie zu einem letzten Weihnachtsfest um sich zu scharen. Alles könnte so schön sein, gemütlich, harmonisch. Doch Parkinson hat ihren Mann Alfred immer fester im Griff, und die drei erwachsenen Kinder durchleben eigene tragikomischen Malaisen. Gary steckt in einer Ehekrise. Chip versucht sich als Autor. Und Denise ist zwar eine Meisterköchin, hat aber in der Liebe kein Glück.

Taschenbuch: 784 Seiten
Verlag: rororo; Auflage: 1. Aufl. (1. Oktober 2003)

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Ebenfalls ein Buch von Jonathan Franzen, auf das ich schon sehr gespannt bin: FREIHEIT.
Patty und Walter Berglund – Vorzeigeeltern und Umweltpioniere – geben ihren Nachbarn plötzlich Rätsel auf: Ihr halbwüchsiger Sohn zieht zur proletenhaften Familie nebenan, Walter lässt sich zum Schutz einer raren Vogelart auf einen zwielichtigen Pakt mit der Kohleindustrie ein, und Patty, Exsportlerin und Eins-a-Hausfrau, entpuppt sich als wahrlich sonderbar. Hat Walters bester Freund, der Rockmusiker Richard, damit zu tun? Auf einmal führt Patty ein Leben ohne Selbstbetrug – und ohne Rücksicht auf Verluste.

Taschenbuch: 736 Seiten
Verlag: rororo (2. April 2012)

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Über diese drei Bücher von Romain Rolland: JOHANN CHRISTOF 1-3 habe ich mich sehr gefreut. Als 12-Jährige habe ich mir diese Bücher in der damals 5-teiligen Dünndruckausgabe aus der Bibliothek geliehen - und war damit hoffnungslos überfordert. Nach 2 1/2 Bänden gab ich auf, schwor mir aber, eines Tages die Lektüre wieder aufzugreifen und zu einem versöhnlichen Ende zu führen. Reiner Zufall ließ mich nun auf diese Bücher stoßen...
1903 begann der Literaturnobelpreisträger Rolland das Werk, das ihn bekannt machen sollte: den 10-bändigen „roman-fleuve“ Jean-Christophe (gedruckt 1904–1912). Titelheld ist der (fiktive) deutsche Komponist Johann-Christoph Krafft, der als junger Mann nach Frankreich gelangt, sich dort mit Hilfe eines französischen Freundes assimiliert und so in seiner Musik quasi die ihm angeborene „deutsche Energie“ mit „französischen Geist“ verbinden und veredeln kann. Der Jean-Christophe war ein großer Erfolg und wurde nach 1918 auch von den nicht wenigen frankophilen Deutschen geschätzt, die des Geredes von der deutsch-französischen Erbfeindschaft überdrüssig waren und auf Verständigung zwischen beiden Völkern setzten.


Taschenbuch: 2045 Seiten
Verlag: DTV Deutscher Taschenbuch Verlag; Auflage: 1. (1977)

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Überaus positive Kritiken hat dieses Buch von Swetlana Alexijewitsch erhalten: TSCHERNOBYL - EINE CHRONIK DER ZUKUNFT.
Über mehrere Jahre hat Swetlana Alexijewitsch Menschen befragt, deren Leben von der Tschernobyl-Katastrophe gezeichnet wurden. Entstanden sind eindringliche psychologische Portraits - literarisch bearbeitete Monologe - , die von Menschen berichten, die sich ihre Zukunft in einer Welt der Toten aufbauen müssen.

Taschenbuch: 288 Seiten
Verlag: Berlin Verlag Taschenbuch (3. März 2006)

 
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NO & ICH ist bereits Delphine de Vigans dritter Roman und wurde vielfach ausgezeichnet.
»Die Dinge sind, wie sie sind.« Wenn wir irgendwann nur noch diese Antwort parat haben – sind wir dann erwachsen? Lou ist hochbegabt und eine Einzelgängerin. Am liebsten beobachtet sie die Menschen und stellt dabei gewagte Theorien auf, um das zu verstehen, was tagtäglich mit uns geschieht. Bis sie auf die achtzehnjährige No trifft, die in Paris auf der Straße lebt. No mit den dreckigen Klamotten und dem müden Gesicht. No, deren Einsamkeit die Welt in Frage stellt. Und Lou stürzt sich in ihr neues Projekt: Sie will No retten – und sich und der Welt beweisen, dass sich alles ändern lässt ...

Taschenbuch: 256 Seiten
Verlag: Knaur TB (12. Juli 2010)

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Ebenfalls von Delphine de Vigan ist der Roman ICH HATTE VERGESSEN, DAS ICH VERWUNDBAR BIN.
Mathilde, eine junge Frau mit drei Kindern, lebt in Paris. Ihre Söhne sind ihr ganzes Glück, ihren Beruf betreibt sie mit Leidenschaft, doch seit kurzem wird sie von Tag zu Tag mehr schikaniert. Eines Tages sucht sie eine Wahrsagerin auf. Die alte Frau prophezeit ihr eine Begegnung mit einem Mann und nennt ihr sogar das exakte Datum: der 20. Mai. Mathilde sehnt den Tag herbei. Sie träumt von der großen Veränderung. Von einer Beziehung, die wieder die Liebe in ihr Leben bringt und ihr Kraft gibt. Endlich bricht der 20. Mai an...

Taschenbuch: 256 Seiten
Verlag: Knaur TB (2. April 2013)

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 Endlich wieder ein neues Buch von Marie-Sabine Roger. Nach "Das Labyrinth der Wörter" und "Der Poet der kleinen Dinge" gerade frisch erschienen: DAS LEBEN IST EIN LISTIGER KATER. Erfreulicherweise habe ich das Buch bei LovelyBooks gewonnen und dort im Rahmen einer Leserunde bereits vorab lesen dürfen!
Zum Leben ist es nie zu spät... Jean-Pierre wacht auf und kann sich an nichts erinnern. Er ist in die Seine gefallen, ein junger Mann hat ihm das Leben gerettet. Jetzt liegt er im Krankenhaus, ein Alptraum für den menschenscheuen Einzelgänger. Über zu viel Besuch kann sich der verwitwete Rentner "ohne Kinder oder Hund" eigentlich nicht beklagen. Aber alleine ist er trotzdem nie, ständig fällt ihm jemand auf die Nerven: Die vierzehnjährige Maëva hat es auf seinen Laptop abgesehen, um "schnell mal Facebook zu checken". Maxime, ein junger Polizist, versucht herauszufinden, wie Jean-Pierre in der Seine gelandet ist - und schon bald entdecken die beiden ihre gemeinsame Leidenschaft für Schwarzweißfilme. Der gutherzigen Krankenschwester Myriam wächst der alte Griesgram mit Galgenhumor so ans Herz, dass sie ihn zu ihrem Lieblingspatienten ernennt. Und dann ist da noch Camille, der Student, der Jean-Pierre aus der Seine gefischt hat. Allen zusammen gelingt es nach und nach, Jean-Pierre zurück ins Leben zu holen - und für einen Neuanfang ist es bekanntlich nie zu spät.

Gebundene Ausgabe: 224 Seiten
Verlag: Atlantik Verlag (11. März 2014)

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TinSoldier

Unterwegs - eine kleine Philosophie des Gehens von Frederic Gros ist ein Buch über die banale Tätigkeit des Gehens. Was ist daran Besonderes? Schließlich tun wir es jeden Tag mehr oder weniger intensiv, weil wir uns bewegen  m ü s s e n , um unsere Lebensbedürfnisse zu befriedigen.
Aber hier geht es um eine andere Art des Gehens: Gehen als  Lust und als Philosophie.
"Unterwegs ist ein erfrischender Ausflug in die Landschaft der Philosophie und eine Einführung in die Kunst des Gehens - für alle, die ahnen, dass sie mit den Füßen denken."
                           (Auszug aus dem Klappentext)

Gebundene Ausgabe, 253 Seiten
Riemann Verlag, München


Die Buchwanderer von Britta Röder ist aus zwei Gründen für mich ein besonderes Buch: 
Zum Ersten, weil es eine ungewöhnliche Geschichte erzählt und zum Anderen, weil ich die Autorin Britta Röder von der leider kürzlich eingestellten Community Buchgesichter.de her kenne und (virtuell) mit ihr befreundet bin.
Ich freue mich auf die Lektüre ihres Erstlingswerkes!

Broschur, 210 Seiten
ACABUS Verlag


Meine nächste Neuwerwerbung heißt OSCAR.
Es ist ein Buch über den Kater gleichen Namens, der auf einer Pflegestation für alte und demente Menschen lebt und ein rührendes Beispiel dafür ist, dass Tiere feine Instinkte und ein großes Herz haben können.
"Über den Autor:
David Dosa ist Professor an der Brown University und praktiziert als Facharzt für Geriatrie in Providence, Rhode Island. Seine Geschichte des Katers Oscar ist ein großer internationaler Bestseller geworden - >>ein faszinierendes Buch, das nicht nur Katzenliebhaber begeistert<< (Publishers Weekly)".
(Klappentext)
Ein anrührendes Buch. Absolut lesenswert!


Taschenbuch, 255 Seiten
Knaur Taschenbuch Verlag


Das nächste Buch auf meiner Liste ist ein Spiegel - Bestseller von Randi Crott und Lillian Crott Berthung:

"1942: Die Norwegerin Lillian ist 19 Jahre alt, als sie sich in den deutschen Soldaten Helmut verliebt. Es ist Liebe auf den ersten Blick. Aber Lillian darf diesen Mann nicht lieben, nach allem, was die Deutschen ihrem Land angetan haben. Als sie Helmut zur Rede stellt, offenbart er ihr, dass er "Halbjude" ist und sich in der deutschen Wehrmachtsuniform versteckt hält. "Ich werde dich nie mehr verlassen", ist Lillians Antwort."

"So spannend wie ein Krimi."

(Klappentext).

Taschenbuch, 285 Seiten
DuMont Buchverlag Köln








DU

DU


Wäre ich das Meer -
DU wärst das Ufer, wo meine Brandung schläft.
Wäre ich ein Adler in der Luft -
DU wärst der Wind, der meine Schwingen trägt!

Wäre ich ein Kornfeld in gold´ner Sommersonne -
DU wärst die Lerche, die über mir singt.
Wäre ich auch verloren im Schatten -
DU wärst das Licht, das alles durchdringt!

Wäre ich ein Baum -
DU wärst der Frühlingshauch, der meine Zweige wiegte.
Wäre ich auch voller Angst -
DU wärst der Mut, der alle Zweifel besiegte!

Wäre ich ein Kristall -
Du wärst der Sonnenstrahl, der mich funkeln macht.
Wäre ich ein Verirrter -
DU wärst die Hand, die mich führte durch die dunkle Nacht!

Wäre ich die rastlose Zeit -
DU wärst die Wiege, wo ich mich bette zur Ruh´
Und wär´ ich ein Lied -
Dann wärst DU die Melodie dazu!



Copyright: TinSoldier

Dienstag, 25. März 2014

Eine BÜCHERDIEBIN auf der Leinwand


Es ist ein gutes Buch. - Es ist ein guter Film.
Wieder einmal erweist es sich als richtig, die Filme mit den zu Grunde liegenden Büchern nicht zu vergleichen, außer vielleicht mit dem Drehbuch.
Berührend, liebevoll, gut beobachtet und gute Kulissen. Die Geschichte wird mit Filmmethoden genauso gut erzählt wie im Film. Was macht es, dass da das Wörterbuch in Englisch an der Wand steht und die Kamera, wenn sie auf die gestohlenen Bücher der kleinen Liesel Memminger gerichtet wird, englische Wörter erfasst, wo doch sogar auf dem Bahnhof BAHNHOFSWIRTSCHAFT am Bahnsteigkiosk steht.

Berührend, nein, zu Tränen rührend, die Abschiedsszenen von den Pflegeltern und noch mehr vom Jungen mit den Zitronenhaaren. Zum Kinobesuch gehört auch das Mädchen, welches lachen möchte als Rudi zu den Worten "Ich lieb..." ansetzt. Eine Szene, die bewusst anders als im Buch erzählt wird. Das Mädchen erhält von seiner Mutter einen kleinen Stoß und verstummt, während Rudi seinen Kuss bekommt.

Blick über eine fremde, große und moderne Stadt 
aus dem Wohnzimmer einer alten Frau, die ihren letzten Besucher, den Erzähler der Geschichte empfangen hat. Bilder auf Schränkchen und Kommoden von den Steiners und den Hubermanns. Alt ist sie geworden, die Liesel Memminger, alt und glücklich. Auch mit den Erinnerungen. 


© KaratekaDD 


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Montag, 24. März 2014

Es gibt sie noch...

... die guten alten Scheiben aus Vinyl.  Eigentlich brauchte ich was ganz anderes: wiederbeschreibbare DVD. Am Sonnabend. Nach dem Kino. Also nach DIE BÜCHERDIEBIN. Viel Zeit war nicht mehr, gegenüber hatte der MEDIA - MARKT noch auf. Da sah ich ein Regal. Mit Schallplatten. 



 ANNA NETREBKO - VERDI ( ► hier)




YouTube:  NORMA CASTA DIVA


Das Regal hatte viele schöne Dinge aufzuweisen, aber in Annes letztem ►Post war von einem JONAS KAUFMANN die Rede. Das Doppelalbum stand genau unter dem Doppelalbum von der NETREBKO.


JONAS KAUFMANN - THE VERDI ALBUM  ( ► hier)




YouTube: Rigoletto -  La donna é mobile

GIUSEPPE VERDI: gesungen von zwei der größten und aktuellsten Stars am Opernhimmel. Mit Musik aus
MACBETH, GIOVANNA D´ARCO, I VESPRI SICILIANA, DON CARLO  & IL TROVADORE (NETREBKO)
RIGOLETTO, AIDA, UN BALLO IN MASCHERA, IL TROVADORE, LUISA MILLER, SIMON BOCCANEGRA, DON CARLO, LA FORZA DEL DESTINO, I MASNADIERI, OTELLO & MACBETH (KAUFMANN)

Klassik in meinem Wohnzimmer, während ich euch diese Mitteilung mache.

► Anna Netrebko im Internet
► Jonas Kaufmann im Internet

© KaratekaDD



Sonntag, 23. März 2014

TinSoldier

Manchmal, 
ja manchmal überkommt es mich: 
Dann bricht meine künstlerische Ader durch und ich muss mich gestalterisch betätigen. Diesmal war es mein eigenes Foto, das mich zu einem "Selbstportrait" animiert hat. TinSoldier, nein, nicht in "Essig und Öl", sondern für den Anfang mal ganz einfach als Bleistiftzeichnung. 
Wer die Zeichnung mit dem Originalfoto vergleichen möchte, der (die) findet das Foto hier!
By the way: Natürlich lese ich auch noch - und meine neueste Rezension zu Umberto Ecos "Der Friedhof in Prag" werde ich sehr bald einstellen.
Viel Spaß beim Lesen
wünscht euch dann
Euer

TinSoldier.



Zum malen: TinSoldier :-)



Copyright: TinSoldier. 

Kopie, Verfielfältigung und Veröffentlichung nur mit meiner ausdrücklichen Zustimmung !

Dienstag, 18. März 2014

LWH: Der Steinknabe

Indianermärchen
aus der Feder von ► Liselotte Welskopf-Henrich

DER STEINKNABE wurde freundlicherweise vom ► Eulenspiegel-Kinderbuchverlag zur Verfügung gestellt.

Natürlich waren es die Haupthelden, die den achtjährigen heutigen Blogautoren vor Jahrzehnten in den ► BÄRNSÖHNEN begeisterten. Harka Steinhart Nachtauge… Wer meine bisherigen Beiträge zu Liselotte Welskopf-Henrich und zu  DIE SÖHNE DER GROSSEN BÄRIN gelesen hat, der weiß ja Bescheid.
Etwas im Hintergrund des Tipis wirkt UNTSCHIDA, das Großmütterchen. Großmütter überall auf der Welt erzählen den Kindern Geschichten und Märchen. UNTSCHIDA erzählt den Kindern HARKA, UINONAH und HARPSTENNAH die Geschichte vom Steinknaben. Die märchenerzählende Großmutter kommt natürlich auch in dem weiteren großen Indianerroman vor, dem fünfbändigen ► BLUT DES ADLERS. Auch in diesem Bänden wird das Märchen erwähnt, erzählt die Großmutter es den Kinder vorzugweise im großen Tipi der Ahnen der Familie.

„In uralter Zeit lebte in Amerika das Indianermädchen Hiladih. Hiladih ist ein schöner Name, er bedeutet ‚reine Quelle‘. Hiladih wohnte mit ihren zehn Brüdern in einem tiefen Wald. Des Morgens früh, wenn die Sonne aufging, badete Hiladih im klaren Bach, und die Drossel sang ein Lied dazu. Auf der Wiese am Bach stand das Mädchen und flocht ihr schwarzes Haar in zwei lange Zöpfe.“[1]

So beginnt das Märchen in dem schmalen, bunt bebilderten Kinderbuch des Eulenspiegel-Kinderbuchverlages. Eines Tages sind die zehn Brüder des Mädchens verschwunden. Hiladih sucht sie und findet schon ziemlich verzagt einen schönen bunten Kiesel am Bachufer. Diesen nimmt sie mit, drückt ihn an ihr Herz und so wurde aus ihm „Steinknabe“. Steinknabe findet als er älter wird auch die zehn Brüder wieder. Nun stellt der Bursche fest, dass er unverwundbar ist und so wird die Jagd sein ein und alles. 

„Der Wolf konnte ihn nicht beißen. Mato, der Bär, hatte zwar starke Tatzen mit großen Krallen und vermochte einen Mann niederzuschlagen, aber dem Steinknaben konnte er nichts anhaben. Wenn der Büffel Tatanka den Steinknaben auf die Hörner nahm und durch die Luft auf den Boden warf, so lachte der Steinknabe nur und stand wieder auf. Steinknabe wurde immer übermütiger, weil kein Tier ihn besiegen konnte. Er tötete nicht nur die Tiere, deren Fleisch er mit seiner Mutter und seinen Onkeln zum Essen brauchte. Er tötete alle Tiere, die er im Wald und auf den Wiesen fand.“[2]

Doch die Tiere, die ja nach dem Glauben der Indianer auch eine Seele haben, verbünden sich gegen den unerbittlichen Jäger, der am Ende das wird was er ist: Ein STEINKNABE.

* * *

Liselotte Welskopf-Henrich hat diese Geschichte bereits 1952 veröffentlicht, bzw. geschrieben. Sie ist symptomatisch für das von der Autorin vermittelte Indianerbild und spiegelt deren Haltung zur Natur und den Tieren wieder. Es ist bezeichnend, dass nicht nur sie selbst, sondern viele andere Autoren davon schreiben, dass die Prärieindianer nur die Menge z.B. an Büffeln jagten, die sie benötigten.
So schreibt John Okute Sica[3] in „Das Wunder vom Little Bighorn“:

„Die Sioux betrachten den Büffel als heiliges Tier. Bei der Jagd beten sie, sie danken dem Großen Geheimnis für die Jagdbeute. Außer dem Blut und dem Mageninhalt wurde nichts weggeworfen. Jede Unze Öl wurde aus den Knochen geschmolzen, und sämtliche Innereien wurden als Nahrung oder für andere Zwecke verwendet. Ein Sioux tötete einen Büffel nur dann, wenn er oder seine Stammesgenossen ihn benötigten.“[4]

Die Althistorikerin und Professorin an der Humboldt – Universität hat sich [5] wissenschaftlich mit der Geschichte der „Alten Griechen“ beschäftigt. Aber es blieb auch Zeit für Kindergeschichten. Rudolf Welskopf erzählte im ► Interview, dass sich seine Mutter für ihn Märchen ausdachte und sich sich beide Geschichten zusammen fantasierten.

* * *

Wenn man sich mit der Antike und vor allem mit der Polis des alten Griechenlandes beschäftigt, kommt man an Fabeln zum Beispiel des ► Äsop nicht vorbei. Auch in den Märchen der Völker Europas wie auch vieler anderer Völker sind es die Tiere, die eine Lösung herbeiführen müssen, eine Lösung, die den Menschen nicht unbedingt gefällt. Dies ist auch in dieser Geschichte so.
Die Geschichte wurde in vielen Auflagen und wie die BÄRENSÖHNE in den osteuropäischen Ländern verlegt.
Der schmale Band ist reich bebildert und hat 36 Seiten. Die Geschichte eignet sich hervorragend zum Vorlesen auch für jüngere Kinder. Die Illustrationen stammen von Dieter Müller, die viele Kinderbücher illustrierte.


► DNB / Eulenspiegel Kinderbuchverlag / Berlin 2011 / ISBN:  978-3-359-02337-1 / 36 Seiten
► LWH in der DNB
► Dieter Müller in der DNB

 © KaratekaDD


[1] LWH: Der Steinknabe, Seite 6 
[2] Ebenda, Seite 14 
[3] Der Autor wurde 1890 geboren und fing früh an, die Geschichten der Lakota aufzuschreiben, der er sehr gut Englisch in einer sogenannten Industrial School gelernt hatte. 
[4] Okute Sica, John: Das Wunder vom Little Bighorn, Palisander, Chemnitz 2009, Seite 189 f