Freitag, 24. Februar 2017

Clancy / Greaney: Mit aller Gewalt


Wenn man einmal Feuer gefangen hat, dass ist es schwer dieses wieder zu löschen. Das trifft zumindest für Fans von Tom Clancy, diesem unverbesserlichen US-Patrioten und Antikommunisten, der einen Thriller nach dem anderen schrieb und eine Reihe Sachbücher noch dazu. Den in letzteren deutlich erkennbaren militärischen Sachverstand ließ er in seine Romane einfließen.
Es wäre schon interessant, den Erfinder von Jack Ryan sen. und Jack Ryan jun, zu fragen, was er von einem gewissen D. Trump da im Weißen Haus hält, aber Clancy braucht inzwischen eine Art Ghostwriter, der die Geschichten fortsetzt, denn er starb bereits im Jahr 2013.

Dieser Ghostwriter ist Mark Greaney und MIT ALLER GEWALT beweist er nun, dass er in die Fußtapfen des Namengebers getreten ist und diese ausfüllen kann.

Clancy selbst hat mal erwähnt, dass ihm der Realismus seiner Romane manchmal Angst macht, denn kurz bevor die Maschinen des 11. September in die Twintowers flogen, beschrieb er ein solches Szenario im Roman EHRENSCHULD. Die Annexion der KRIM durch Russland (2014) wurde ebenfalls vorher schon in COMMAND AUTHORITY - Kampf um die Krim thematisiert.

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Es bleibt zu hoffen, dass der Inhalt von MIT ALLER GEWALT reine Fiktion bleibt.
Diesmal, und es ist eigentlich seltsam, dass es so lange dauerte, ist Nordkorea der Tatort schlecht hin. Der "geliebte Führer" der volksdemokratischen Republik hätte so gern Raketen, die US-amerikanisches Festland erreichen können. Was er hat, sind unvorstellbare Bodenschätze im Bereich sogenannter seltener Erden. Das Geld für die Raketen könnte durch den Verkauf der Bodenschätze reinkommen. Dafür arbeiten nun ein nordkoreanischer Bergwerksdirektor und ein geheimdienstlicher Generalleutnant eng zusammen, unterstützt von verbrecherischen ehemaligen westlichen Geheimdienstlern und einem zwielichtigen globalen Bergwerksunternehmen.
Das da was faul im Staate ist merkt auch DER CAMPUS, dessen alte Bekannte Clark, Chavez und Caruso mit Jack Ryan jun.in Saigon misstrauisch werden, als ein ehemaliger CIA-Beamter durch asiatische Killer ums Leben kommt.

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So also der Ausgangspunkt. Diesmal bekommt Vater Ryan, der sich ja zum vierten (!) Mal zum Präsidenten wählen lies (halt, das erste Mal wurde er es, durch den Flugzeugabsturz auf das Kapitol weil er Vizepräsident war) wieder ein stärkere Rolle.

Was Greaney nicht so gut beherrscht, ist es, die Handlung durch kleinere Begebenheiten anzureichern, deren Nebensächlichkeit sich plötzlich in das Gegenteil verkehrt. Aber die Art Techno-Thriller zu schreiben der der Autor nicht einfach übernommen. Er hatte ja Erfahrung durch jahrelange Recherche für Tom Clancy.

Noch nach dem letzten Buch schrieb ich, dass die Reihen nun stark abfällt und von Tom Clancy nicht mehr so viel übrig geblieben ist. Mit diesem Roman allerdings findet die Reihe doch fast zurück zu alter Klasse,

Also ist dieser Roman seit langen mal wieder ein 733 Seiten starkes Buch, welches nur vier Tage auf dem Nachttisch lag. Wie es aussieht, komme ich wohl auch an den nächsten nicht vorbei.

Wer sich weiter informieren mag, der schaue auf die Autorenseite zu Clancy und in die Jack Ryan Reihe. Da sind die ganzen Bücher aufgelistet. Dieses hier war der achtzehnte Streich auf deutsch.

► DNB / Heyne / München 2016 / ISBN: 978-3-453-27097-8 / 733 Seiten


© KaratekaDD




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