Montag, 2. Januar 2017

Wittenfeld, Uwe: Ruhrzaster



Ein Studienrat im Münsterland, geboren im „äußersten Zipfel Ostwestfalens, ein Ruhrpottstudent der Elektrotechnik und Spzialpädagogik hat das Schreiben für sich entdeckt und auch seine Gruppe von Helden entwickelt. 

Bereits zum zweiten Mal sind Hugo, Jenny, Olga und Karl gemeinsam mit Erwin und Olga unterwegs, diesmal auf Spuren des Geldes, welches dem Finanzamt vorenthalten werden soll. Na eigentlich haben zwei IT-Sicherheitsexperten, Herbert und Sabine, Schutz gesucht, sie haben die Daten bei einer Züricher Bank abgezweigt und dies scheint jemandem nicht zu gefallen. Olga Paschke hat gerade erst angefangen als Privatdedektivin, sie arbeitet mit Erwin Bosetzky zusammen, einem Anwalt in Bochum, der sich seine Skrupel bewahrt hat, sie zog der Liebe wegen nach Bochum. Aus Bochum stammt auch Hugo, der mit der Dresdnerin Jenny liiert ist. Und immer wenn Hugo Koslowsky in die Szene tritt, erzählt er (Uwe Wittenfeld) selbst.

Wer macht noch so mit?

Olaf Müller, ein Schwarzfahrer, der mehr weiß als er sagt und stirbt. Hinzu kommt Magdalena Moneto, deren Nachname und Spitzname, die Eiskönigin, Programm ist. Aber sie ist lernfähig. Das Spielkind Klaus Kipowski gerät in ein tödliches Spiel, sein Tod wird im Havelgebiet sicherlich Legende werden. Eine unkonventionelle Staatsanwältin ist Susanne Vries, die keine Steuersünder mag. Dann gibt es noch den Stadtrat Meyers, der nicht nur seine Stadt mag, sondern auch zusätzliches Geld. Angeblich zur Bundesanstalt für Immobilienaufgaben gehört Dr. Schulz. Allerdings stellt er in deren Namen allzu seltsame Fragen, so dumm sind eigentlich nicht mal Geheimdienstmitarbeiter. Ebenfalls korrupt ist ein Dieter Kreimeier, dessen Leben auch nicht lange dauern wird. Gleichermaßen auf Zuverdienst erpicht ist ein Holger Schibulsky. Ein Jannick Gustavson ist der Oberschurke und dann kommen da noch so einige hinzu. Zum Beispiel ist einer aus dem Gefängnis entlassen wurden, den Jenny, Hugo, Karl und Erwin einst hineingebracht haben. Das war das Ergebnis von Mauerzwillinge, dem ersten Roman Wittenfelds. Der sucht nun nach Sabine und Herbert.
Alles in allem also ziemlich verzwickt und wenn nicht ein Baum durch einen Sturm entwurzelt worden wäre, dann hätte diese Eiskönigin nie eine Privatdedektivin gebraucht.

* * *

Bereits in Mauerzwillinge arbeitete der Autor mit verblüffenden Zeitsprüngen und Rückblenden. Hier nun waren diese sogar noch undurchsichtiger.  Der Leser ahnt eigentlich auch nur, wer da nun die Mordaufträge erteilt hat, kann aber nicht unbedingt nachvollziehen, wer denn die Aufträge tatsächlich übernommen hat. Das ist ein kleines Manko, welches ich anmerken möchte.

Uwe Wittenfeld wurde auf der Buchmesse SCHRIFTGUT in Dresden von diversen Besuchern vorgehalten, er könne ja als Nichtdresdner gar kein Dresdenbuch schreiben. Oh doch, er kann. Und er kennt sich in Dresden wie in Leipzig und in der Gegend um Potsdam auch gut aus. Dass ihm diese Orte gefallen, das erzählte er mir bei unserer Begegnung vor einigen Wochen. Uwe Wittenfeld hat auch Spaß daran diese Orte mit seiner Heimat, dem Ruhrgebiet zu verknüpfen, was hoffentlich Appetit auf „gegenseitige“ Besuche macht.
Möge Uwe Wittenfeld mal wieder in den Koslowsky-Modus geraten.

DNB / swb-media-publishing / Waiblingen 2016 / ISBN: 978-3-946686-09-5 / 278 S.

© KaratekaDD


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