Mittwoch, 3. Februar 2016

Fuchs, Ruth M.: Erkül Bwaroo und der Mord im Onyx-Express


Erkül Bwaroo und sein Freund Dr. Artur Heystings reisen im „Onyx-Express“ nach Pendrin, als einer der Mitreisenden ermordet wird.Außer Bwaroo und Heystings befinden sich noch zwölf weitere Fahrgäste im Zug. Alle kannten den Toten, dessen Verlobte sich vor einigen Jahren umbrachte. Jeder hat ein Motiv.Möglicherweise wollte ja die Mutter der Verlobten Rache nehmen. Oder war es die kapriziöse Operndiva, die angeblich so schlecht auf ihren Eiderdaunendecken geschlafen hat? Und was hat der kämpferische Zwerg zu verbergen?

Der Elfendetektiv und sein Freund finden sich bald in einem Netz von Geheimnissen, Skandalen und Intrigen wieder, als sie versuchen, den Mörder zu entlarven.Zwölf Verdächtige, zwölf Motive. Ein Mörder. Oder ist doch alles ganz anders?

(Klappentext Raposa Verlag)


  • Format: Kindle Edition
  • Dateigröße: 643 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 199 Seiten
  • Verlag: Raposa Verlag (15. Oktober 2015)
  • Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
  • Sprache: Deutsch
  • ASIN: B013J50T44









Hiermit danke ich 'Blogg dein Buch' sowie dem Raposa Verlag für die Möglichkeit, dieses Buch als Rezensionsexemplar lesen zu dürfen.
 
Raposa Verlag




















ORIGINELLE HOMMAGE AN DIE ALTMEISTERIN DER KRIMINALLITERATUR...


Ruth M. Fuchs tut gar nicht erst so, als habe sie das Rad neu erfunden. Ähnlichkeiten mit dem Krimiklassiker 'Mord im Orientexpress' von Agatha Christie und ihrem legendären Detektiv Hercule Poirot sind hier nicht zufällig, sondern ausdrücklich gewollt. Doch ist hier nicht einfach abgeschrieben worden. Auch wenn die Hauptcharaktere einen Wiedererkennungswert haben und sich die Handlung in weiten Teilen an das Geschehen im Orientexpress anlehnt - Ruth M. Fuchs ist es dennoch gelungen, der Geschichte ihren ganz eigenen Stempel aufzudrücken.

Erkül Bwaroo ist mit dem Onyx-Express unterwegs zu dem berühmten Kurort Pendrin. Der Elfendetekiv mit Etikette wird dabei von seinem langjährigen Freund Doktor Heystings begleitet, der in Pendrin die meist gut betuchten Kurgäste ärztlich betreut. Auch sonst ist der Luxus-Zug gut belegt, und die Fahrt nimmt gemächlich aber keineswegs langweilig ihren Lauf. Zu viele unterschiedliche Personen sind an Bord und begegnen sich zwangsläufig immer wieder, was interessante Beobachtungen zulässt. Dabei gibt es neben Menschen und Elfen auch noch Zwerge, Trolle, Kobolde, Minotauren und andere Geschöpfe aus dem Reich der Sagen und Märchen, die hier aber weniger als Fabelwesen auftreten, sondern deren Besetzung eher bestimmte Charaktereigenschaften unterstreichen bzw. die Rolle von Vorurteilen dokumentieren.

Eine nicht zwangsläufig harmonische Mischung von Wesen, die da auf engem Raum zusammengepfercht sind, wenn sie auch den Vorteil einer überaus luxuriösen Betreuung genießen können. An die Namensflut gewöhnt man sich im Laufe der Lektüre, während man auf den Mord wartet, der natürlich geschieht. Es macht Spaß, Bwaroo und Heystings bei der anschließenden Befragung der überlebenden Fahrgäste und Zugbegleiter über die Schulter zu schauen, und zu sicher sollte man sich nicht sein, dass sich die Handlung und Auflösung vollständig an dem Original orientiert. Der Leser ist immer an der Seite von Heystings, der das Geschehen aus seiner Sicht protokolliert - und hat wie Heystings dieselben Fakten vor Augen wie auch Bwaroo, und doch habe ich genauso versagt wie der Freund des nicht ganz zu Unrecht sehr von sich überzeugten Detektivs. Vielleicht fehlen uns einfach ein paar von den berühmten "kleinen grauen Zellen"...


"Erkül Bwaroo hat den Fall gelöst", verkündete er nach einer bedeutungsvollen Pause feierlich. "Das Puzzle ist zusammengesetzt, und jedes Teilchen ist an seinem Platz." --- "Und wer war es?" --- "Das, mein lieber Heystings, wird Bwaroo in Kürze enthüllen. Nur noch ein wenig Geduld. Bitte veranlassen Sie alle Passagiere und auch das komplette Personal, in den Speisewagen zu kommen. Dort werde ich den Täter überführen." --- Ich wusste, es hatte keinen Sinn, weiter in ihn zu dringen. Er liebte seine großen Auftritte und würde mir niemals auch nur ein Sterbenswörtchen vorher verraten. Seufzend gab ich mich geschlagen und machte mich auf, die anderen alle zusammenzutrommeln...

In unterhaltsamem, flotten Schreibstil wird die Geschichte um den Mord und eine möglichen Hintergründe sowie um zahlreiche  und oftmals recht exzentrische Charaktere erzählt. Besonderes Vergnügen hat mir dabei eine Dame bereitet, die sich in ihrem Bemühen, etwas Besseres darzustellen, häufig an Fremdwörtern vergriff und diese falsch benutzte, was entsprechend im Effekt nach hinten losging. Der Humor kommt hier auch nicht zu kurz, bleibt aber stets niveauvoll und wirkt in dieser Dosis einfach nur erfrischend.

Insgesamt fand ich diese  Hommage an die Altmeisterin der Kriminalliteratur originell und unterhaltsam, und meine Lust auf weitere Begegnungen mit Erkül Bwaroo ist in jedem Fall geweckt! Wie ich erfahren habe, ist dieses Buch bereits der vierte Band um den Elfendetektiv, der fünfte ist in Arbeit. Es kann also weitergehen mit den "kleinen grauen Zellen"...


© Parden





Die Reihenfolge der Buchserie um Erkül Bwaroo:

  1. Gestatten, Erkül Bwaroo
  2. Erkül Bwaroo auf der Fabelinsel
  3. Fragen Sie Erkül Bwaroo!
  4. Erkül Bwaroo und der Mord im Onyx-Express




















Ruth M. Fuchs'Blogg dein Buch' schreibt über die Autorin:

Ruth M. Fuchs, eigentlich bildende Künstlerin, wurde durch Zufall die Herausgeberin des Magazins "Neues aus Anderwelt", das von 2000 bis 2013 dreimal im Jahr erschien. Dort schrieb sie immer mal wieder Artikel und Kurzgeschichten und 2003 dann ihr erstes Buch. Inzwischen hat sie das Modellieren von Skulpturen hintangestellt und schreibt vor allem die Phantastische Krimiserie "Erkül Bwaroo ermittelt". In dieser Reihe löst ein Elfendetektiv mit großem Schnurrbart, noch größerem Ego und belgischem Akzent Kriminalfälle. Wie Kenner inzwischen schon vermuten dürften, ist das Ganze eine humorvolle Hommage an Agatha Christie und ihren berühmten belgischen Detektiv - echte Krimis, aber immer mit ein bisschen Fantasy und einem Hauch von Märchen


übernommen von 'Blogg dein Buch'

Kommentare: