Montag, 14. Dezember 2015

Berger, Ruth: Eisweihnacht. Eine Wundergeschichte



Wenn aus Wünschen Wunder werden ...

Der Waisenjunge Josua wird im Eiswinter 1844 in Frankfurt auf die Straße gesetzt. Halberfroren läuft er Elise Best über den Weg, die allerdings eigene Sorgen hat: Ihr Vater hat soeben den Bankrott des Geschäftes verkündet. Elise soll sofort heiraten, um versorgt zu sein. Dummerweise hat sie ein lahmes Bein, und der einzige sich anbietende Heiratskandidat ist ein alter Pfarrer. Ein Weihnachtswunder muss her, für Elise und für Josua …

(Klappentext rororo Verlag)



  • Taschenbuch: 128 Seiten
  • Verlag: rororo; Auflage: 2 (1. November 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499266679
  • ISBN-13: 978-3499266676










ANNO 1844...


Ausgerechnet im kältesten Winter seit Menschengedenken wird der kleine Josua zur Weihnachtszeit in eine Postkutsche gesetzt und zu einem unbekannten Onkel nach Frankfurt geschickt. Gerade erst zum Vollwaisen geworden, können die nahen Verwandten nicht alle Kinder der Familie aufnehmen, so dass Josua sein Heil in der großen Stadt suchen muss. Nach einem Unfall der Kutsche geht es zu Fuß weiter für den Jungen, doch Kälte und Trauer fordern ihren Tribut. Fast schon erfroren, wird Josua unter einem Baum liegend von einem jungen Mädchen gefunden, das den Kleinen schließlich mehr nach Frankfurt trägt als dass er läuft.
In der Stadt treffen sie auf Elsie Best, die Tochter eines bekannten Frankfurter Grossisten. Diese rühren die Geschichte und der Zustand des Jungen, so dass sie beschließt, ihn fürs erste mit zu sich nach Hause zu nehmen. Dort aber herrscht ihr oft aufbrausender Vater, der als Grossist für 'Spezereiwaren und Importartikel' kurz vor dem Bankrott steht und mit dem anstehenden Weihnachtsfest nichts zu tun haben will. Zudem befindet sich Elsie mit dreißig Jahre in der Lage, sich als ledige Frau dem Status der ewigen Jungfernschaft zu nähern. Dies will der Vater schleunigst ändern, um wenigstens Elsie demnächst versorgt zu wissen...

Reichlich Unruhe also in dieser eigentlich so besinnlichen Zeit - und für viele der Beteiligten bestehen alles andere als rosige Aussichten. Dabei schafft es Ruth Berger, in diesem schmalen Büchlein den harten Winter 1844 klar vor des Lesers Augen entstehen zu lassen. Auch die wiederholte Schilderung des Frankfurter Weihnachtsmarkts sind ausgesprochen bildhaft und anschaulich geraten. Die altertümlich wirkende Sprache lässt die mit liebevollen Details ausgeschmückte Vergangenheit lebendig erscheinen, und auch wenn die Charaktere eher typisiert denn individuell ausgestaltet sind und auch wenn manches ab einem gewissen Punkt vorhersehbar scheint, handelt es sich hier um eine wunderschöne weihnachtliche Erzählung, eingebettet in einen authentischen historischen Kontext.

Eine angenehm zu lesende Geschichte, die vor dem warmen Ofen zu genießen ist, am besten mit Gebäck und aromatisch-heißem Tee und dann, wenn Weihnachten vor der Tür steht und es draußen klirrend kalt ist.


© Parden











Der rororo Verlag schreibt über die Autorin:

Ruth Berger ist Historikerin und Autorin der Romane Die Reise nach Karlsbad, Die Druckerin, Miss Lucy Steele und Gretchen, die von der Presse alle begeistert aufgenommen wurden. Ruth Berger lebt in Frankfurt.

Übernommen vom rororo Veralg


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