Montag, 2. November 2015

Juno, Danise: Herbstlilie. Limbergens vergessene Kinder

Herbstlilie. Limbergens vergessene Kinder



Es ist Liebe auf den ersten Blick, als Julia Meinert auf dem alten Bauernhof nahe Dülmen eintrifft. Fasziniert von der Geschichte des alten Guts in Limbergen stöbert Julia immer tiefer in der düsteren Vergangenheit. Seit dem 18. Jahrhundert häufen sich hier mysteriöse Todesfälle. Bei ihren Nachforschungen stößt Julia auf eine uralte Legende: 1690 soll ein todbringendes Wesen ein Kind nach dem anderen zu sich geholt haben. Gibt es etwa einen Zusammenhang zwischen den tragischen Ereignissen und der Sage?
Als sich im Leben der Meinerts plötzlich ungewöhnliche Vorfälle häufen, scheinen die Grenzen zwischen Legende und Realität zu verblassen …


(Klappentext Acabus Verlag)


Leseprobe



  • Broschiert: 344 Seiten
  • Verlag: Acabus Verlag; Auflage: 1 (29. Juni 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3862823490
  • ISBN-13: 978-3862823499












KANN MAN SICH BEIM LESEN DIE AUGEN ZUHALTEN?!


Julia Meinert sucht mit ihrem Mann nach einer neuen Bleibe für sich und ihre beiden Kinder. Als sie einen alten Bauernhof nahe Dülmen besichtigen, ist es Liebe auf den ersten Blick. Die in jedem Fall erforderlichen Renovierungen schrecken sie nicht ab, ganz im Gegenteil. Wer weiß, was es da alles zu entdecken gibt?
Und tatsächlich, die Geschichte des alten Guts in Limbergen gibt viel her. So findet Julia nicht nur zahlreiche Zeugnisse vergangenen Lebens in so mancher versteckter Ecke des Hofes, sondern erfährt auch von einer alten Sage, mit der wohl zahlreiche dramatische Geschehnisse auf dem Gut im Zusammenhang stehen. Bis zum Jahr 1690 lassen sich die Ereignisse auf dem Hof durch alte Schriften und Dokumente rekonstruieren, und Julia beschleicht immer mehr das Gefühl, dass die Vergangenheit bis in die Gegenwart und damit in ihr eigenes Leben hineinwirkt. Die Legende wird zu Bedrohung, Aberglaube wird zu Angst...


Plötzlich befand ich mich mitten in einem real gewordenen Alptraum. Nein, versuchte ich mich zu beruhigen. Es gab keine Geister. Hinter all dem musste eine rationale Erklärung stecken. Aber der winzige Stachel eines Zweifels blieb.


Oh Mann, dieses Cover! Als ich das sah, hatte ich sofort das Gefühl, das Buch lesen zu wollen. Und trotz des Gruselfaktors, den das Bild verströmt, habe ich einen Blick hinein gewagt - und es nicht bereut.

Das Geschehen und der überaus flüssige Schreibstil nahmen mich sofort gefangen, ebenso wie die unterschiedlichen Charaktere, die mir oftmals in wenigen Pinselstrichen bildhaft vor Augen erschienen. Dabei ist es Danise Juno gelungen, drei verschiedene Zeitebenen geschickt miteinander zu verweben, bis sie ein komplettes Ganzes ergeben. Die Schilderungen wechseln zwischen dem Geschehen auf dem Münsterländer Hof in den Jahren 1690, 1734 und 2010 hin und her und damit auch in der Erzählperspektive. Der historische Teil wächst zunehmend in den modernen Teil hinein, bis alles unlösbar miteinander zusammenzuhängen scheint.


Es war ein Risiko, einfach davon auszugehen, dass die Geschichte erfunden war, und nur das Beste zu hoffen. "Wenn ich jetzt annehme, dass (...) wir uns aber irren, dann könnten wir unsere Kinder genauso verlieren wie Anna." Frank schnaubte. "Du solltest dir mal selbst zuhören. Willst du mir allen Ernstes erzählen, dass irgendein Geist vor knapp zweihundertfünfzig Jahren Kinder ermordet hat und jetzt wieder hier ist, um unsere zu holen?" Er sah mich herausfordernd an. "Du musst verrückt sein." War ich das?


Was für eine originelle Geschichte. Dazu muss ich gestehen, dass Grusel- oder Horrorbücher (genau wie Filme dieses Genres) einfach nicht für mich gemacht sind. Stellenweise hatte ich hier wirklich das Verlangen, mir einfach mal die Augen zuzuhalten, was im Film gut funktioniert, beim Lesen aber eher hinderlich ist. Dabei war mir bis zum Schluss nicht klar, ob es sich hierbei nun um Mystery oder aber um einen Thriller handelt - und tatsächlich löste sich das Rätsel erst am ganz am Ende auf, dafür aber umfassend und befriedigend. Die Mischung ist in meinen Augen einfach perfekt.

Ein Debütroman, der sich sehen lassen kann, und es bleibt zu hoffen, dass es nicht das letzte Werk der noch unbekannten Autorin ist.


© Parden












Der Acabus Verlag schreibt über die Autorin:


Juno, DaniseDanise Juno wurde 1974 in Bonn geboren. Dort hat sie auch ihre Kindheit und Jugend verbracht. 1990 absolvierte sie eine Ausbildung zur Glasveredlerin und legte ihr Fachabitur für Gestaltung und Design ab. 1994 ließ sie sich zur Technischen Zeichnerin ausbilden und legte schließlich 1998 erfolgreich die Ausbildereignungsprüfung ab. Sie arbeitete viele Jahre in der IT eines internationalen Großkonzerns als CAD-Anwenderbetreuerin, verfasste in diesem Zuge diverse Schulungsunterlagen und Bedienungsanleitungen in Deutsch und Englisch und führte Mitarbeiterschulungen durch.
Heute lebt sie mit ihrer Familie und einem Hund im Münsterland. Sie widmet sich intensiv der Tätigkeit als Autorin. 2013 nahm sie an dem Seminar: „Nervenkitzel – Schreiben Sie einen verdammt spannenden Roman“ in der Bastei Lübbe Academy, unter der Leitung von Andreas Eschbach, teil.
2009 gewann sie eine Veröffentlichung ihrer Kurzgeschichte „Der Partylöwe“, Herausgeber: Anja Zimmermann, niemandsland/kladde.auf/die.reihe/band.13, ISBN 978-3-8316-1362-5

übernommen vom Acabus Verlag


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