Mittwoch, 18. März 2015

Mord am Hellweg: Verleihung des Europäischen Preises für Kriminalliteratur an Jussi Adler Olsen am 17.03.2015 in der Stadthalle Unna

Gemordet wird am Hellweg Gott sei Dank eher selten, aber den "Mord am Hellweg" feiern wir in meiner Heimatstadt Unna regelmässig alle zwei Jahre. Für unsere Leser, die ja mittlerweile aus aller Welt virtuell zu uns finden, sollte ich aber ein paar Erklärungen vorausschicken, worum es hier geht:
 
 

Unna ist eine kleine Kreisstadt mit ca. 60.000 Einwohnern in Nordrhein-Westfalen und in unmittelbarer Nachbarschaft zu der vielleicht etwas besser bekannten Stadt Dortmund im östlichen Ruhrgebiet gelegen.. Der "Hellweg" ist eine historische Handelsstraße, die sich seit dem Mittelalter zwischen Duisburg und Paderborn und erstreckt sich unter anderen Bezeichnungen bis zur Elbe. Dem (Westfälischen) Hellweg verdankt die Stadt Unna nicht nur ihre Entstehung, sondern auch ihren wirtschaftlichen Aufstieg von den Anfängen bis zur Gegenwart.


Seit 2002 gibt es in Unna das größte internationale Krimifestival als Biennale unter der Projektleitung des Westfälischen Literaturbüros und den Kulturbetrieben der Kreisstadt Unna. Das Festival ist insgesamt ein Projekt der Kulturregion Hellweg, an dem regelmässig namhafte internationale Krimi-Autoren teilnehmen. So hatten wir in Unna bereits unter vielen anderen Donna Leon, Hakan Nesser, Simon Becket, Sebastian Fitzek, Joy Fielding, Jo Nesbo und, wie gesagt, viele weitere namhafte Autoren zu Gast. Die Lesungen finden jeweils an ungewöhnlichen Orten statt, so z.B. in Burgruinen, Justizvollzugsanstalten, alten Kirchen, Industriedenkmälern usw., statt.

Doch diesmal ging es um eine Preisverleihung, denn Jussi Adler Olsen wurde der mit 11.111 Euro dotierte Europäische Preis für Kriminalliteratur (Ripper Award) verliehen. Der Autor stellte bei dieser Gelegenheit auch seinen neusten Thriller Verheissung vor.


Als Mitglied im Stadtrat und hier insbesondere im Kulturausschuss "meiner" Stadt genoss ich das Privileg, vor der eigentlichen Veranstaltung an einem Sektempfang, bei dem Jussi Adler Olsen auch sein Buch signierte, teilnehmen zu dürfen. So hatte ich Gelegenheit, einige Worte in englischer Sprache mit ihm zu wechseln. Als ich ihm verriet, dass ich bei der Polizei arbeite, unterbrach er spontan seine Buchsignierung für ein gemeinsames Foto. Ich sagte ihm, dass ich über den Abend in unserem Blog berichten würde, was ihn zu der Bemerkung veranlasste, dass Blogger  seine "very best friends" seien. Ich glaube zwar kaum, dass er sich "Litterae Artesque" gemerkt hat. Aber wer weiß, vielleicht finde ich Mittel und Wege, ihn doch noch auf diesen Beitrag in unserem Blog aufmerksam zu machen.




Jussi Adler Olsen (rechts) mit dem TinSoldier während der
Signierstunde


Verheissung:
Stolz bin ich auf mein vom Autor handsigniertes
Exemplar seines neuesten Romans

 
 


Jussi Adler Olsen wurde bei der anschließenden Lesung unterstützt von dem Schauspieler Peter Lohmeyer (Jedermann, Polizeiruf 110, Das Wunder von Bern), der die Texte in deutscher Sprache hervorragend interpretierte.


Die Stadthalle in Unna war ausverkauft
 
Jussi Adler Olsen, der zwischendurch von Margarete von Schwarzkopf (WDR) in unterhaltsamer und sehr humoriger Weise interviewt und zu seinem Leben befragt wurde, offenbarte seinem schmunzelnden Publikum u.a., dass seine Vornamen eigentlich Carl Valdemar seien, er aber den von seiner Mutter geprägten Namen Jussi (in Anlehnung an Josef) vorzog.
Adler Olsen erwies sich als außerordentlich charismatischer und humorvoller Mensch, der seine dänische Herkunft öfters "durch den Kakao" zog und es sich auch nicht nehmen ließ, einige Zeilen aus seinem Roman in dänischer Sprache vorzutragen, da das dänische ja eigentlich "das bessere , das eigentliche Deutsch sei". Er tat dies in einer Weise, bei der am Ende kein Auge trocken blieb.
Adler Olsen bedankte sich humorvoll für die Ehrung
So verging ein kurzweiliger Abend wie im Fluge. Als Adler Olsen am Ende der Preis verliehen wurde, war ihm die Rührung förmlich anzumerken. Das Preisgeld will er übrigens an einige seiner Freunde spenden, denen, sinngemäß seinen Worten nach, das Glück im Leben nicht so hold war wie ihm selbst.
Für Heiterkeit sorgte am Ende nochmals seine humorig geäußerte Befriedigung, dass er zumindest für die nächsten zwei Jahre (bis zur nächsten Preisverleihung) seine Konkurrenten wie Hakan Nesser, Donna Leon oder auch Simon Becket hinter sich gelassen habe.
Mit einem breiten Lächeln klang das etwa so: "Now I am the Number one!"
Musikalisch untermalt wurde die Veranstaltung vor 700 Besuchern übrigens stilgerecht durch das Landespolizeiorchester Nordrhein - Westfalen.
Eine gelungene Veranstaltung.

Natürlich werde ich von der nächsten "Mord am Hellweg - Biennale" hier berichten.

Bis bald
Euer

Tinsoldier


Copyright: TinSoldier

Kommentare:

  1. Das ist doch mal wieder ein Bericht, der richtig in diesen Blog passt. In zwei Jahren sollten wir dann offiziell dabei sein. Hat denn noch ein Blog darüber berichtet?

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    1. Ist mir bisher leider nicht bekannt geworden, Uwe

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  2. Das klingt nach einem beeindruckenden und tollen Abend - sehr schön! :)

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