Sonntag, 4. Mai 2014

Thiemeyer, Thomas: Valhalla


2015. Spitzbergen - der nördlichste Siedlungspunkt der Menschheit. Eine Welt aus Eis und Schnee, überschattet von vier Monaten Polarnacht. Dort plant Archäologin Hannah Peters, geheimnisvolle Strukturen unter dem arktischen Eis zu untersuchen: Das Abschmelzen der Gletscher hat mutmaßlich Fundamente eines mythischen Nordreiches zutage gefördert. Doch Hannah ist nicht die Erste, die diese Ruinen erkundet ... 1944. Im annektierten Norwegen, fernab jeder Siedlung, reift ein Projekt, das grauenvoller ist als alles, was Menschen je ersonnen haben. Eine biologische Zeitbombe, verborgen unter dem ewigen Eis. Ihr Codename: Valhalla.



  • Gebundene Ausgabe: 512 Seiten
  • Verlag: Knaur HC (3. März 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 342665265X
  • ISBN-13: 978-3426652657






VALHALLA - DER GRIFF NACH DEN GÖTTERN...




Spitzbergen


Unter dem arktischen Eis hat ein Forschungsteam außergewöhnliche Strukturen ausfindig gemacht: die Fundamente einer versunkenen Stadt. Durch die Erderwärmung und den Abschmelzprozess der Gletscher bedingt, treten die jahrhundertelang verborgenen Ruinen nun allmählich zutage.
Die Archäologin Hannah Peters wird von ihrem Grabungsort in Angkor Wat abberufen, um im Auftrag ihres Arbeitgebers in Spitzbergen am Polarkreis der sensationellen Entdeckung auf den Grund zu gehen. Doch die Weltsensation entpuppt sich als ein Ort des Grauens. Unsichtbar und doch tödlich wird das Forschungsteam mit etwas konfrontiert, das niemand dort erwartet hätte...

Die Wurzel des Übels liegt nicht in der historischen Vergangenheit und bei den Erbauern jener mysteriösen Stadt, sondern in der jüngeren Geschichte, dem dunklen Kapitel der Nationalsozialisten in Deutschland. Heimliche Forschungen in absoluter Abgeschiedenheit, Größenwahn und ein Projekt namens Valhalla bergen bis heute Gefahren unterm Eis, die nicht nur die kleine Forschergruppe bedroht, sondern eine Geißel für die Menschheit werden könnte.
Hannah überlebt knapp und als einzige die Erkundung der Ruinen am Polarkreis, doch sie muss ein zweites Mal dorthin, um zu retten, was zu retten ist. Ein widersinniges Unterfangen, das kaum von Erfolg gekrönt sein kann, denn die Umstände könnten nicht widriger sein, und Gegner gibt es mehr als erwartet...

Thomas Thiemeyer präsentiert hier einen gelungenen Mix aus Geschichte, Mythologie und Wissenschaft verwoben mit einer spannenden Handlung, was in Verbindung mit dem flüssigen Schreibstil den Leser nur so durch die Seiten fliegen lässt.
Dabei ist erkennbar, dass der Autor bei jedem angesprochenen Thema sorgfältig recherchiert hat und auch kompliziertere Sachverhalte verständlich transportiert. Durchaus interessant,  in der Summe wurde es mir manchmal jedoch zu viel. Wissen auf unterschiedlichen Gebieten wird zwar nachvollziehbar dargelegt, hemmt aber teilweise den Handlungsverlauf in meinen Augen - ein paar Bereiche weniger hätten es vielleicht auch getan, v.a. wenn sie nicht wirklich wesentlich für die Handlung waren.

Was ich wirklich schade fand, war die Tatsache, dass mich die Charaktere bis zum Schluss nicht richtig überzeugen konnten. Selbst Hannah als Hauptperson blieb für mich bis zum Ende blass und wenig greifbar, zu omnipotent und durch den häufigen Mangel an gezeigten nachvollziehbaren Emotionen auch wenig menschlich und sympathisch. Und auch die anderen Personen blieben für mich eher eindimensional, auch wenn einzelne Szenen durchaus berührend waren.

Bis auf die genannten Kritikpunkte kann ich jedoch als Fazit festhalten: ein flott zu lesender Thriller in einem interessanten Genremix und einer bleibenden Idee: was wäre wenn...

Ich danke LovelyBooks, dem Verlag und dem Autor für die Möglichkeit, dieses Buch lesen und mich an der Leserunde beteiligen zu dürfen!


© Parden








Thomas Thiemeyer
Thomas Thiemeyer studierte Kunst und Geologie in Köln. Als freier Künstler illustriert er Spiele, Jugendbücher, Buchumschläge und vieles mehr. In jüngerer Zeit arbeitete er mit dem amerikanischen Regisseur Darren Aronofsky zusammen. Das Bayerische Fernsehen widmete seinen Malereien einen 20-minütigen Beitrag bei Space Art (Sendereihe). Seine Arbeiten wurden mehrfach mit dem Kurd-Laßwitz-Preis und dem Deutschen Phantastik Preis ausgezeichnet.
2004 erschien bei Droemer Knaur sein Debütroman "Medusa". Viele seiner Romane wurden zu Bestsellern und in 13 Sprachen übersetzt. Mit "Die Chroniken der Weltensucher" (Loewe) und "Das verbotene Eden" (Knaur) entdeckte er sehr erfolgreich das Jugendbuch für sich.
Seine Geschichten stehen in der Tradition klassischer Abenteuerromane und handeln des Öfteren von der Entdeckung versunkener Kulturen und der Bedrohung durch mysteriöse Mächte.  >Quelle


 

1 Kommentar:

  1. Das würde mich auch interessieren, trotz der kleinen Kritikpunkte.

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