Dienstag, 25. März 2014

Eine BÜCHERDIEBIN auf der Leinwand


Es ist ein gutes Buch. - Es ist ein guter Film.
Wieder einmal erweist es sich als richtig, die Filme mit den zu Grunde liegenden Büchern nicht zu vergleichen, außer vielleicht mit dem Drehbuch.
Berührend, liebevoll, gut beobachtet und gute Kulissen. Die Geschichte wird mit Filmmethoden genauso gut erzählt wie im Film. Was macht es, dass da das Wörterbuch in Englisch an der Wand steht und die Kamera, wenn sie auf die gestohlenen Bücher der kleinen Liesel Memminger gerichtet wird, englische Wörter erfasst, wo doch sogar auf dem Bahnhof BAHNHOFSWIRTSCHAFT am Bahnsteigkiosk steht.

Berührend, nein, zu Tränen rührend, die Abschiedsszenen von den Pflegeltern und noch mehr vom Jungen mit den Zitronenhaaren. Zum Kinobesuch gehört auch das Mädchen, welches lachen möchte als Rudi zu den Worten "Ich lieb..." ansetzt. Eine Szene, die bewusst anders als im Buch erzählt wird. Das Mädchen erhält von seiner Mutter einen kleinen Stoß und verstummt, während Rudi seinen Kuss bekommt.

Blick über eine fremde, große und moderne Stadt 
aus dem Wohnzimmer einer alten Frau, die ihren letzten Besucher, den Erzähler der Geschichte empfangen hat. Bilder auf Schränkchen und Kommoden von den Steiners und den Hubermanns. Alt ist sie geworden, die Liesel Memminger, alt und glücklich. Auch mit den Erinnerungen. 


© KaratekaDD 


* * *

Kommentare:

  1. Ein wirklich bewegender Film zu einem großen Buch, jedoch...

    Die Authentizität leidet erheblich unter den englischen Worten. Ich habe mit Schülern, die das Buch gelesen haben, diskutiert. Es wirkt nicht plausibel, wenn die Tageszeitungen im Film in Deutsch gedruckt sind, die Regale in der Küche mit Salz, Pfeffer und Mehl gekennzeichnet sind, das Wort Bahnhofswirtschaft erscheint und Liesel dann Future an die Wand schreibt.

    Gerade der Zielgruppe kann man das nicht vermitteln, warum und was da eigentlich passiert. Für mich ein Bruch im Film.

    Aus dem jüdischen Flüchtling Max wird darüber hinaus ein stummer Besucher im Keller. Seine Wortmagie, seine Geschichte für Liesel "Die Wortschüttlerin" und seine regimekritischen Zeichnungen blendet der Film völlig aus. Er hat nur ein weißes Buch zu übergeben. Dabei war er der Schlüssel zu Liesels Schreiben.

    Ich vergleiche nicht Buch und Film. Ich versuche mir nur vor Augen zu halten, was nicht gelungen ist an einem Meisterwerk. Schauspieler brillant - Stimme des Todes brillant.... aber eben kein großer Film...

    Dazu bedarf es mehr...

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  2. Herrje, wenn DU schon schreibst, "zu Tränen rührend"... Ich glaube, ich schaue mir den Film an, sobald der auf DVD erhältlich ist. Aber wenn Arndt und Du im Grunde sehr angetan seid von dem Film, dann ist das ja wohl wirklich ein Muss...

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  3. Ich muss das hier, obwohl unter Facebook bei Arndt schon ausführlich getan, noch mal kund tun:
    Für die Leserin und den Leser, die das Buch nicht kennen, reicht das weiß ausgemalte Buch für ein Mädchen, welches ja gerade erst schreiben und lesen gelernt hat, aus. Irgendwo muss ein Drehbuchautor ja auch mal kürzen. Okay, die fünf Minuten wären vielleicht drin gewesen. Hätten wir das Buch nicht gelesen, wäre uns das gar nicht aufgefallen.
    (Wieso Liesel gar nicht lesen kann mit 9 Jahren wird, glaube ich, auch im Buch nicht erklärt. Das hätte ICH gern gewusst)

    Die Gewaltszenen hielten sich in Grenzen, trotzdem ist FSK 6 einfach zu niedrig. Was ich mir gut vorstellen kann, dass Eltern mit ihren 8 bis 10jährigen Kindern den Film gemeinsam sehen.


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