Samstag, 11. Januar 2014

Galbraith, Robert (alias J. K. Rowling): Der Ruf des Kuckucks


Das Krimi-Ereignis, über das alle Welt spricht! J. K. Rowling schrieb als Robert Galbraith ihr gefeiertes Krimidebüt!

Der Londoner Privatermittler Cormoran Strike ist am Ende. Seit seine Beziehung in die Brüche ging, haust er notgedrungen in seinem Büro, und mangels Aufträgen steht er kurz vor der Pleite. Mit der engagierten jungen Robin Ellacott, die ihm von der Zeitarbeitsagentur als Aushilfe geschickt wird, weiß er daher überhaupt nichts anzufangen bis ein neuer Klient mit einem spektakulären Fall vor seiner Tür auftaucht und Strike plötzlich jede Hilfe gebrauchen kann. Der Tod des berühmten Models Lula Landry, die beim Sturz von ihrem Balkon ums Leben kam, birgt einige Unklarheiten und der Bruder der Toten ist fest davon überzeugt, dass es kein Selbstmord war.







Mit gemischten Gefühlen...

(auch veröffentlicht von parden auf Buchgesichter.de am  07.01.2014)


 
Der Sturz von einem Balkon im Londoner Stadtteil Mayfair: Selbstmord oder Mord?


Selbstmord. Zu diesem Schluss gelangt die Londoner Polizei nach dem Sturz des berühmten Models Luna Landry von ihrem verschneiten Balkon. Doch ihr Bruder zweifelt an dieser Version des Todesfalls. Er vermutet, dass seine Schwester ermordet wurde und engagiert einen Privatdetektiv, um Beweise dafür zu finden.
Cormoran Strike übernimmt den Fall eher aus finanziellen Gründen denn weil er davon überzeugt ist, dass er tatsächlich in einem Mordfall ermittelt. Doch je mehr er eintaucht in das Leben und die Kreise des Models, desto mehr verdichten sich für ihn die Hinweise, dass Luna Landry womöglich wirklich keinen Selbstmord begangen hat. Und schließlich gerät Strike selbst in Gefahr...

 

Nach der spektakulären Eröffnung, wer hinter dem Namen Robert Galbraith steckt (s. Beitrag), war ich sehr gespannt auf das Buch. Doch diesen Krimi habe ich mit recht gemischten Gefühlen gelesen.

 

London
Einerseits gefällt es mir sehr gut, wieviel Zeit und Raum Robert Galbraith alias J.K. Rowling den Charakteren und der Handlung lässt, um sich zu präsentieren und zu entwickeln. Gerade die Londoner Stadtteile von der gedämpften Ruhe in den Straßen Mayfairs zu den versteckten Pubs des East Ends und dem lebhaften Treiben Sohos gewinnen so an Bildhaftigkeit und Plastizität.
Andererseits ist es gerade diese Detailverliebtheit, die dem Roman über lange Phasen deutlich die Spannung nimmt. Nebensächlichkeiten nehmen zu viel Raum ein, hemmen dadurch den Erzählfluss und es wird phasenweise recht langatmig. Im letzten Drittel allerdings zieht die Spannung dann an, und ich wollte schließlich nur noch wissen, wer denn jetzt bloß der Mörder war.

 

Die beiden Hauptcharaktere sind sehr liebevoll und sympathisch ausgearbeitet. Privatdetektiv Cormoran Strike, ein Kriegsveteran, der in Afghanistan ein Bein verlor und auch seelisch einiges davongetragen hat, ist privat ziemlich am Ende. Eine langjährige Beziehung ging in die Brüche, und er haust nun mehr recht als schlecht in seinem Büro. Auch finanziell steht er kurz vor dem Ruin - und so kann er sich die Sekretärin, die ihm von der Zeitarbeitsfirma vorbeigeschickt wird, eigentlich gar nicht leisten. Doch Robin Ellacotts erweist sich als Glücksfall für die Detektei. Sie ist tough und hochmotiviert und hat eine schnelle Auffassungsgabe. Sie hat sich schon immer gewünscht, in einer Detektei zu arbeiten und legt Fähigkeiten an den Tag, die selbt Strike immer wieder verblüffen. Die Passagen mit Robin fand ich oft richtig unterhaltsam.                                                                    
Die anderen Charaktere in dem Buch fand ich jedoch oft recht klischeehaft ausgearbeitet. So wie man sich eben Personen der "upperclass" oder der Unterschicht vorstellt - allerdings sind die Charaktere innerhalb der Klischees gut ausgearbeitet. Bis hin zu einem passenden Sprachstil, wobei mich die häufige Anwendung von Fäkalsprache manchmal doch nervte. Hundertmal ´Scheiße´, ´Arsch´ und ´ficken´ muss ich dann doch nicht haben...

 

Insgesamt hat mich der Roman eher an die Krimis alter Schule erinnert. Er hat mich größtenteils gut unterhalten, hat sich zwischendurch aber in Details verloren, was deutlich zulasten der Spannung ging.
Die Hauptcharaktere fand ich sympathisch und stimmig, und da Rowling bereits angekündigt hat, dass es unter demselben Pseudonym wohl noch in diesem Jahr eine Fortsetzung geben wird ("Yes, I intend to keep writing the series as Robert. I’ve just finished the sequel and we expect it to be published next year." ), werde ich dem Ermittlergespann wohl auch noch eine zweite Chance geben.

 

Kein überragendes Krimidebüt, aber mit erkennbarem Potential nach oben. Was für Band zwei hoffen lässt...

 

© Parden 










 Das Hörbuch auf Englisch...









J.K. Rowling alias Robert Galbraith


Robert Galbraith ist das Pseudonym von J.K. Rowling, Autorin der Harry-Potter-Reihe und des Romans Ein plötzlicher Todesfall.








Kommentare:

  1. Ich habe hin und her überlegt; nein, ich muss noch genug anderes lesen. Aber nun wissen wir ja Bescheid. Auch darüber, dass der Anwalt, der das Pseudonym gegen über seiner schwatzhaften Angetrauten verraten hat, mit handfesten ungewollten Zahlungen zu rechnen hat. Welche nicht an ihn gehen werden.

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    1. Ansonsten könnte ich Dir das Buch auch zukommen lassen. Nur für den Fall, dass Dir der Lesestoff mal ausgeht... :)

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  2. Eine gelungene Rezension, wie ich finde. Ich hatte auch überlegt... konnte mich aber bisher nicht entscheiden. Aber es bleibt auf meiner Liste, denn trotz der "Schwächen", die du angemerkt hast, glaube ich: Ich könnte es mögen!

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    1. Danke sehr, Rudi... Und ich bin gespannt, wie Deine Beurteilung ausfällt, wenn Du Dich entschließt, das Buch zu lesen. Hast Du eigentlich einen Ebook-Reader?

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  3. Hallo!
    Deine Rezension ist wirklich toll geworden!
    Ich habe das buch auch schon gelesen und war ein wenig enttäuscht, weil ich von vornherein schon hohe Anforderungen an das Buch hatte :)
    Alles Liebe, Jule ♥

    Würde mich freuen, wenn du mal bei mir vorbeischaust:
    http://good-books-never-end.blogspot.de/

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    1. Herzlichen Dank, Jule. Im Vergleich zu "Ein plötzlicher Todesfall" von J.K. Rowling hat mir dieses Buch aber deutlich besser gefallen. Das lässt hoffen für die kommenden Folgen um Cormoran Strike und Robin Ellacotts.

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  4. Hallo Anne! :-)

    Ich bin Mitglied einer erst kürzlich gegründeten Seite ( https://bloggervernetzt.wordpress.com/about/ ), dort sammeln wir alle möglichen Rezensionen von den verschiedensten Buchblogs. Natürlich stehen wir noch ganz am Anfang, aber jeder hat ja mal klein begonnen.^^ Jedenfalls soll dieser Blog eines Tages ein ganz großes "Buchblog-Rezensionen-Netzwerk" werden. Und jedem Blogger, der dazu beiträgt, sind wir sehr dankbar! :) Deswegen jetzt meine Frage an dich: Darf ich deine Rezension hier zu "Der Ruf des Kuckucks" dort verlinken? (Bzw. darf ich in Zukunft generell Rezensionen von dir dort verlinken?)

    Ganz herzliche Grüße ♥,
    Janine

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