Donnerstag, 12. Dezember 2013

Dorn, Wulf: Dunkler Wahn


Ein Rosenstrauß ohne Absender. Geschenke vor der Haustür. Briefe unter dem Scheibenwischer... Der Psychiater Jan Forstner wird von einer Unbekannten mit Liebesbezeugungen überhäuft. Anfangs glaubt Jan noch an die harmlose Schwärmerei einer ehemaligen Patientin. Doch dann bittet ihn ein Journalist um Mithilfe im Fall einer geistig gestörten Person und wird kurz darauf ermordet. Jan erkennt, dass er ins Visier einer Wahnsinnigen geraten ist. Und seine Verfolgerin schreckt vor nichts zurück.  







Liebeswahn und Gänsehaut...

(auch veröffentlicht von parden auf Buchgesichter.de am 05.12.2013





Seit der Aufdeckung des Fahlenberger Klinikskandals ist der Psychiater Jan Forstner gegen seinen Willen zu einer lokalen Berühmtheit geworden. Deshalb misst er den Geschenken einer unbekannten Verehrerin zunächst auch keine Bedeutung bei. Doch dann wird ein Journalist ermordet, der Jan um Mithilfe in einem mysteriösen Fall gebeten hatte. Ein Fall, der mit einer rätselhaften Frau in Zusammenhang stand.
Jan erkennt, dass er ins Visier einer Wahnsinnigen geraten ist, die ein perfides Spiel mit ihm treibt. Doch wer ist die Frau mit den zwei Gesichtern? Die Suche nach der Identität der Mörderin führt den Psychiater in einen Alptraum aus Paranoia und seelischer Grausamkeit, aus dem es kein Entrinnen zu geben scheint. Und die einzige Person, die ihm helfen könnte, ist zum Schweigen verdammt...

 

Jan Forstner gerät in das Visier einer Frau, die ihn zu lieben meint. Harmlose Geschenke bilden den Auftakt einer Reihe von Zuwendungen, die bald schon das Ausmaß des Liebeswahns erkennen lassen. Der Journalist Volker Nowak nimmt Kontakt zu Forstner auf, um ihm etwas über diese Frau zu verraten, wird aber kurz vor dem Treffen brutal ermordet. Briefe, Anrufe, Geschenke - sehr bald schon ist Jan klar, dass er es mit einer Stalkerin zu tun hat. Er wird ständig von ihr beobachtet, weiß aber nicht, mit wem er es zu tun hat. Als klar wird, dass diese Frau auch über Leichen geht und alle potentiellen Nebenbuhlerinnen aus dem Weg zu räumen bereit ist, gerät Jan zunehmend in Panik.
In ähnlich schwieriger Lage befindet sich Pfarrer Felix Thanner - zu ihm kommt die Psychopathin und beichtet ihm ihre Taten. An das Beichtgeheimnis gebunden, tobt in dem Pfarrer ein schwerer Konflikt. Darf er versuchen herauszufinden, wer die Frau ist und die Todsünde begehen, das Beichtgeheimnis zu brechen, wenn er dafür Menschenleben retten kann? 


 
Beichtgeheimnis wahren oder Menschenleben retten?

Meist wird die Geschichte aus der Perspektive Jan Forstners erzählt, doch gelegentlich wechselt sie auch zu der Person der Stalkerin und bietet interessante Einblicke in deren Gedankenwelt. Wulf Dorn gelingt es, die Spannung voranzutreiben und den Spannungsbogen bis zum Schluss aufrecht zu halten - gegen Ende wird es fast unerträglich.
Nichts ist, was es zu sein scheint, immer wieder gibt es gelungene Wendungen, falsche Fährten und auch einige recht gruselige Ereignisse. Immer dringender wird auch das Bedürfnis des Lesers, herauszufinden, wer denn nun diese Stalkerin ist und ob es Jan gelingt, sie zu enttarnen. Das Ende ist dann - beinahe schockierend. Damit hätte ich wirklich überhaupt nicht gerechnet. Erst einmal und schließlich gar noch ein zweites Mal war ich richtig verblüfft.

 


David Nathan
Anzumerken ist noch, dass ich diesen wirklich gelungenen Psychothriller nicht gelesen, sondern als ungekürzte Fassung von audible.de gehört habe (654 Minuten). Gelesen wurde diese absolut passend von David Nathan, der durch seine ruhige aber pointiert betonte Lesart den Gänsehauteffekt an der ein oder anderen Stelle noch forcierte.
 



Ich möchte dringend mehr lesen oder hören von Wulf Dorn!

 

© Parden







 
Hörbuch DUNKLER WAHN
ungekürzt (audible.de)
    • Von Wulf Dorn
  • Gesprochen von David Nathan
  • Spieldauer: 10 Std. 54 Min.
  • Erscheinungsdatum: 22.09.2011

 

 






 Wulf Dorn über "Dunkler Wahn"









Wulf Dorn

WERDEGANG

Wulf Dorn (*20.04.1969) schreibt seit seinem zwölften Lebensjahr. Die Faszination für das Unheimliche und Geheimnisvolle führte ihn zunächst in das Horror-Genre.

1999 wurde seine erste Shortstory veröffentlicht. "Jennifer"  erschien auf der Webseite des deutsch-französischen Kultursenders Arte im Rahmen eines Stephen King-Wettbewerbs. Unter mehr als sechshundert Einsendungen hatte sie den sechsten Platz erreicht und brachte ihm sein erstes Autorenhonorar ein: sechs Arte-Kugelschreiber, sechs Arte-Bleistifte, eine Arte-Bücherstütze und ein Arte-T-Shirt, das er bis heute in Ehren hält. Diesen ersten Erfolg hat Wulf seiner Frau zu verdanken, die ihn zur Teilnahme an dem Wettbewerb überredet hatte. Bis dahin hatte er nur für sich selbst und den engsten Freundeskreis geschrieben.

In den folgenden Jahren veröffentlichte er Kurzgeschichten in Anthologien und Zeitschriften, die mehrfach Auszeichnungen erhielten. Für fast ein Jahrzehnt gehörte er zu den Stammautoren der “Pandaimonion”-Reihe des Wurdack-Verlags, die 2004 für den Deutschen Phantastik-Preis nominiert wurde.

Im Januar 2005 nahm Wulf zusammen mit vierzehn weiteren Autoren an einem literarischen Rekordversuch an der Bundesakademie für kulturelle Bildung teil: Unter der Moderation von Andreas Eschbach und Perry Rhodan-Chefredakteur Klaus N. Frick entwickelten und schrieben die fünfzehn Teilnehmer innerhalb nur eines Wochenendes die 300 Seiten starke Rohfassung des Science Fiction-Romans "Sie hatten 44 Stunden". 2006 erschien der Roman als Studienausgabe im Hausverlag der Bundesakademie. Zu den weiteren Teilnehmern gehörten u. a. auch Ursula Poznanski und Momo Evers.

2009 veröffentlichte der Heyne-Verlag seinen Debütroman "Trigger" - ein psychologischer Thriller, der binnen weniger Wochen zum Bestseller wurde. Das bei Random House Audio veröffentlichte Hörbuch las der Autor auf Wunsch des Verlages selbst.

Im September 2010 erschien Dorns zweiter Roman "Kalte Stille" als Spitzentitel im Heyne Verlag. Gleichzeitig veröffentlichte Lübbe Audio die Hörbuchversion, gelesen von David Nathan, die im Frühjahr 2011 für den Ohrkanus-Hörbuchpreis als “Beste Lesung (Erwachsene)” nominiert wurde.

2011 folgte "Dunkler Wahn" als weiterer Spitzentitel bei Heyne und festigte den Ruf des Autors als “Meister des Mysteriösen” (Bayerischer Rundfunk). Das diesmal ungekürzte Hörbuch las erneut David Nathan, über den Wulf Dorn sagt, er könne sich keine passendere Stimme für Jan Forstner vorstellen.

Im Frühjahr 2012 erschien Dorns erster Jugendroman "Mein böses Herz" im cbt-Verlag. Parallel dazu veröffentlichte Random House Audio die von Laura Maire gelesene Hörbuchfassung. Wie Wulf Dorn in mehreren Interviews betont hat, war sie seine Wunschbesetzung für die Rolle der sechzehnjährigen Doro. Im Frühjahr 2013 wurde der Roman für den Hansjörg-Martin-Preis als "bester Jugendkrimi 2012" nominiert.

Im September 2013 ist Dorns vierter Erwachsenenroman "Phobia" als Spitzentitel bei Heyne erschienen. Das ungekürzte Hörbuch wurde wieder von David Nathan gelesen. Im Gegensatz zu den vorherigen Romanen hat Wulf Dorn die Schauplätze diesmal an reelle Ort verlegt. Der Großteil der Geschichte spielt in London und eine Seitenhandlung in Frankfurt.

Mittlerweile sind Dorns Romane in zahlreiche Sprachen übersetzt, u. a. in Italienisch, Spanisch, Portugiesisch, Französisch, Niederländisch, Polnisch, Tschechisch, Griechisch und Türkisch, und wurden in mehreren Ländern zu Bestsellern.



PERSÖNLICHES

Wulf Dorn ist ausgebildeter Industriekaufmann und Fremdsprachenkorrespondent. Er war zunächst als Sachbearbeiter in einem Großunternehmen angestellt, ehe er 1994 eine Stelle an einer psychiatrischen Klinik annahm. Dort arbeitete er zwanzig Jahre in der beruflichen Rehabilitation und unterstützte psychisch kranke Menschen beim Wiedereinstieg ins Berufsleben. Parallel dazu war er drei Jahre in der psychiatrischen Versorgungsforschung tätig und wirkte an einem EU-weiten Forschungsprojekt zur beruflichen Rehabilitation mit. Diese Begegnungen mit menschlichen Schicksalen und Dorns Interesse an psychischen Phänomenen spiegeln sich in vielen seiner Geschichten wider.

Heute arbeitet Wulf Dorn als freier Schriftsteller. In seiner Freizeit geht er wandern, biken oder joggen, kocht mit Vorliebe italienisch und indonesisch, sammelt Horrorfilme aus den 30er bis 80er Jahren, fotografiert, geht ins Kino und auf Konzerte.

 >>>Quelle


 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen