Sonntag, 1. September 2013

Strobel, Arno: Der Trakt



Synopsia - Produkt teuflischer Wissenschaft

Meine Rezension zu Arno Strobels DER TRAKT

auch veröffentlicht unter buchgesichter.de und lovelybooks.de am 01.09.2013

"MAN HAT IHR

            ALLES GENOMMEN:

                   NUR NICHT DIE ANGST.



Stell dir vor, dein Mann sagt, er hat dich noch nie gesehen., und die Leute sagen, du hast nie ein Kind gehabt. Wem kannst du trauen, wenn niemand dir glaubt? Und wer bist du wirklich?" (Umschlag)

 * * *
Eine Frau entflieht aus einem seltsamen Krankenzimmer. Sie sucht "ihre" Wohnung auf und trifft "ihren" Mann. Der erkennt sie nicht und meint, seine Frau seit vor einiger Zeit entführt wurden. "Ihre" Freundin erkennt sie auch nicht. Sie sei übrigens zu groß und zu schwer für die Statur der Freundin. Am schlimmsten: Wo ist der kleine Sohn? Gibt es ihn überhaupt? Alle sagen, sie habe keine Kinder. Aber wer ist sie wirklich? Eine fremde Frau hilft ihr und bringt sie bei sich unter. Aber ist sie wirklich eine Helferin? Oder steckt sie mitten drin in einer vermutlich verbrecherischen Organisation, deren Ziel in Hirnmanipulationen besteht?
* * *
Relativ schnell wird klar, dass am Gehirn der vermeintlichen Sibylle Aurich manipuliert wurden ist. Als ob sie eine neue Identität bekam, welche ihr förmlich übergestülpt wurden ist. Aber da sind noch Fetzen von Erinnerungen, die irgendwie nicht zusammen passen. Dreh und Angelpunkt ist der Junge, welchen sie Sibylle nie geboren hat. Aber ist die junge Frau überhaupt Sibylle?
* * *
Spätestens nach einem Drittel des 338 Seiten umfassenden "Taschenwanderbuches" von Anne Parden war eigentlich klar, wohin das Ganze führt. So hat mich das "wissenschaftliche" Ende auch nicht gewundert. Die durchaus vorhandene Spannung entsteht durch die "Begleitpersonen", denn dem Leser offenbart sich wirklich erst zum Schluss, wer denn nun auf wessen Seite steht. Die Rolle der beiden Polizisten erscheint dabei auch im Nachhinein etwas seltsam. Sehr unorthodoxe Ermittlungsmethoden, aber Thriller so ziemlich jeder Art "entwickeln" Polizisten und Methoden, die Dienstvorschriften in den eher hinteren Teil ihres Büroaktenschrankes versteckt haben. Andererseits, Fälle, in denen LKA oder BKA ermitteln, sind vielleicht weniger "tatortreif", aber dem gemeinen Bürger nicht so bekannt. Aber ich will mal nicht soviel meckern, wahrscheinlich sind sie das Salz in der Suppe eines solchen Thrillers.
Am Ende war ich so begeistert nicht. Auch wird zwar die Geschichte der wirklichen Sibylle Aurich aufgeklärt, aber ob es für die Probanten nun wirklich Hilfe gibt bleibt offen. Deren Mann und deren Freundin spielen gar keine Rolle mehr und das empfinde ich als Manko. Es hätte ja nicht lange ausgeführt werden müssen.  
Aber als Lektüre für den Balkon und für zwischen durch war das Buch allerdings gut. Und insofern kann ich es auch empfehlen.
* * *
Im Anhang des Buches findet sich eine Leseprobe zu DAS WESEN, einem weiteren Psychothriller von Arno Strobel.
* * *

Arno Strobel, 1962 in Saarlouis geboren, studierte Informationstechnologie und arbeitet heute bei einer großen deutschen Bank in Luxemburg. Mit dem Schreiben begann er im Alter von fast vierzig Jahren. Arno Strobel lebt mit seiner Familie in der Nähe von Trier.
 




















 © KaratekaDD

Kommentare:

  1. Wow, klingt echt spannend und interessant :)

    Dein Blog ist seehr schön und gefällt mir, ich würde mich über einen Gegenbesuch freuen! :)

    Liebe Grüße, Büchernixe!
    http://buechernixe.blogspot.com

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    1. Vielen Dank Laura, aber der Blog gehört nicht mir allein, denn wir sind drei.
      Den Gegenbesuch bekommst du.

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  2. Mir hat das Buch deutlich besser gefallen...

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  3. Hallo Uwe,

    ich muss sagen, dass es mir wie Dir ging. Ich habe deutlich mehr erwartet, auch wenn es ein nettes Buch für zwischendurch war.

    Liebe Grüße
    Corinna

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