Freitag, 12. Juli 2013

Mücken im Sommer - eine Ode





Mücken im Sommer - eine Ode


Offenes Fenster, eine warme Brise bläht die Vorhänge,
sanfte Luft streichelt mein Gesicht.
Grillen singen ihr Liebeslied,
meine Augen schließen sich, Gedanken voller Frieden.

Ein Lächeln auf den Lippen, schlafe ich ein.
Eingehüllt in das silbrige Licht des Mondes.
Weich die Kissen, leicht wie ein Flaum die Decke,
vollkommene Ruhe dringt in mich ein.

Wie ein leises Zittern dringt ein Geräusch
Zu mir, in meinen Schlaf.
Zuerst will es stören, doch nein, horch!
Wie lieblich es klingt…

Ein pfeifhohes Sirren, belebt gleich den Geist.         
Ein Horchen und Merken –
Wo magst Du nur sein?
Mein Drang, Dich zu sehen, ist unwiderstehlich.

Doch nein, das Summen verstummt.
Bist Du vielleicht schon bei mir,
Du herrliches Geschöpf?
Angelockt von meinem süßen Blute? 


Hast Du mich ausersehen,
zu laben Dich und Deine Kinder?
Dringst Du mit Deinem starken Rüssel durch meine Haut?
Gibst mir von Deinem Safte etwas im Gegenzug?

Damit mein Blut dick und flüssig durch Deinen filigranen Rüssel
Kraftvoll kann fließen und füllen Deinen Körper mit rotem Saft.
Gerne gebe ich mich Dir hin,
Du zartes Wunder der Natur.   

Glaubst, ich kann Dich nicht sehen, nicht hören.
Doch meine Augen haben Dich schon längst erblickt.
Kopfüber ruhst Du an der kalkweißen Decke,
sammelst Kraft für die kommenden Stunden.

Doch einseitig ist die Bewunderung,
weiß ich doch, dass Dein Summen mir nicht gilt.
Traurig ist mein Herz, Du Geschöpf der Nacht,
weiß ich doch, Du singst für ihn.

Dennoch versüßt Du mir die Nacht.
Gerne lasse den Schlaf ich mir von Dir rauben.
Lausche dem hohen Sirren, das Dein Kommen verrät –
Wie nahe können wir uns sein?


Im Dunkeln findest Du Dein Ziel, untrüglich und ohne Fehl.
Halb schon im Schlaf, erzittere ich bei der leisen Berührung.
Sanft streicheln Deine Beine meinen Arm.
Du Holde, sättige Dich mit meinem Lebenssaft.

Lächelnd versiegt der Gedanke,
in Träumen ein Schwarm, tanzend im Wald.
Auf blühender Lichtung
Im Sonnenschein. 

Stilles Wasser, ein See,
magisch die Wolke aus tanzenden Leibern,
Leicht wie die Luft, grazil und bezaubernd,
mag ich meinen Blick davon nicht lösen.

Doch Sonne streichelt meine Augen sodann,
gewahr werd´ ich – es war ein Traum.
Friedvoll erwache ich, erinnere mich.
Wirklichkeit warst Du heut´ Nacht… 
 

  Beschwingt werfe ich die Decke zurück,
doch da erstarrt schon mein Herz.
Ungläubig schaut das Auge nun –
Ein Fleck, rot und schwarz!

Du gabst hin Dein Leben, um von mir zu trinken.
Das vergesse ich nie!
Ein letztes Jucken, ein roter Quaddel –
Mücken im Sommer – ich liebe sie!


© Parden   

 




Dieses Gedicht entstand im Rahmen einer Aufgabe einer etwas verrückten Challenge. Zuerst veröffentlicht wurde es bei den Buchgesichtern.

KaratekaDD hatte das mitbekommen und gleich einen eigenen Entwurf geschrieben, den ich hier nicht vorenthalten möchte:

Mücken sind für Fisch nur gut,
weil sie dieser fressen tut.
Menschen jedoch essen Fisch,         
Das erhält sie jung und frisch.

Wenn wir zuviel Fische essen,
werden uns mehr Mücken stechen.
Dieses ist ein Teufelskreis:
Leute kommt, wir essen Reis.

Sitz ich abends auf dem Boot
Stechen Mücken mich fast tot.
Stell ich ne Kerze auf den Tisch
macht darin die Mücke ZISCH!

Ich könnt ja auch ne Pfeife schmauchen,
nur hab ich aufgehört zu rauchen.

Mücken die sind eine Qual,
Urlaub ist die erste Wahl.
Patagonien oder Grönland
Ja dort ist kein Mückenland.
Dafür braucht man nen Pullover
Diese Ode ist gleich over.

Macht die Zeitung plötzlich Klatsch,
Zack, jetzt ist Mücke Matsch...

Diese Ode ist zu Ende;
Schlaft nicht ein und lest, comprende?


(Weshalb behauptet Uwe eigentlich, er könne mit Lyrik nichts anfangen? ) Smiley4 

 

Kommentare:

  1. Das ist für mich Liebe auf den ersten Blick!
    Ich liebe beides:
    Dein wunderbares Gedicht und den köstlichen Humor unseres Uwe!
    Eine tiefe Verbeugung euch beiden!
    TinSoldier

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  2. Nun behaupte mal niemand, dass dies etwa Lyrik gewesen wäre.

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