Freitag, 12. Juli 2013

BIRKEGAARD, Mikkel: Die Bibliothek der Schatten

Ein Griff ins Abseits oder in die Ramschkiste der Bibliothek  
Meine Rezension zu Mikkel BIRKEGAARDS: DIE BIBLIOTHEK DER SCHATTEN
(veröffentlicht unter lovelybooks.de am heutigen Tag)


 Romane über Bücher ziehen mich irgendwie an. Im letzten November las ich ►DER GEIST DER BÜCHER. Literaturfantasy. Insgesamt fand ich es gut und schrieb das in die Rezension. Dann hätte ich da noch ►DAS ERLKÖNIG-MANÖVER anzubieten. Auch eine nette Geschichte, deren Hauptfiguren unsere Dichterfürsten und weitere große Literaten sind.

Das KaratekaDD zu Büchern über Bücher greift, hat was mit ►Umberto Eco zu tun. ►DIE KUNST DES BÜCHERLIEBENS hat ihn zu kleinen Höheflügen verleitet. Die können Buchgesichter verfolgen (siehe unten). Oder man schaue in die ►Gedankenspiele. Dort hat KaratekaDD nämlich seine bibliophilen Erkenntnisse abgelegt. Wenn dieser Umstand nicht wäre, dann würde dieser Post vermutlich hier gar nicht erscheinen.

Nun aber zu dem vorliegendem Buch:

In Kopenhagen, der Hauptstadt Dänemarks gibt es eine BIBLIOPHILE GESELLSCHAFT. Diese rankt sich um den Buchantiquitätenhänder Luca CAMPELLI. Nun wäre das nichts Seltsames, aber diese Leute machen mit Büchern seltsame Sachen, sie können diese mit Energie aufladen. Die Gesellschaft teilt sich in sogenannte Empfänger und Sender. Besagter CAMPELLI stirbt und sein Sohn, ein junger Jurist, erbt den mystischen Buchladen. Bald muss sich die BIBLIOPHILE GESELLSCHAFT einer übermächtigen Schattenorganisation erwehren. Nun, ich will nicht allzu viel verraten…

Wenn die BERLINER MORGENPOST auf Cover zitiert wird mit: 
"Ein toller, athmosphärisch dichter Mysterythriller, den sich Bücherfreunde nicht entgehen lassen sollten",
dann bin ich zwar ein Bücherfreund, der gelegentlich auch Mystisches konsumiert, aber ich hätte mir
dieses Taschenbuch durchaus entgehen lassen können.

Die Geschichte fängt zwar spannend an und die genannte Gesellschaft setzt sich aus verschiedenen durchaus interessanten Menschen zusammen, aber in der Fortsetzung wird alles farblos finde ich. Zu Beginn sind die LESUNGEN, welche die Leute da veranstalten ja durchaus mystisch und man möchte genaueres wissen aber dann wiederholt sich nur alles. Es gibt ein paar Morde, Entführungen, Verfolgungen und das Ganze endet in der neuen Großen Bibliothek von Alexandria aber der Funke erlosch zwischendurch. Als ob der Autor Mikkel BIRKEGAARD zwischenzeitlich die Lust verlor und schnell fertig werden wollte. Dabei hätte die Geschichte durchaus Potential gehabt. Der Computerprogrammierer hatte auch eine Figur aus seiner Branche eingeführt, der ist zwar am Ende Retter in der Not, aber bleibt auch ein letztlich farbloser Typ.

BIRKEGAARD hat das Manuskript laut Beschreibung unverlangt an Verlage geschickt und es wurde zum Bestseller. Kann ich gar nicht verstehen und meine, der Autor hatte verdammt viel Glück. Möge ihm sein neuer Roman besser gelingen.

PS: Übrigens weigert sich KaratekaDD standhaft das Wort PROTAGONISTEN oder gar PROTA in seiner schlimmsten Ausprägung zu verwenden.

Deutsche Nationalbibliothek

© KaratekaDD






Kommentare:

  1. Das Buch hört sich wirklich nach einer spannenden Geschichte an. Ich selber mag auch Geschichten die sich um Bücher drehen, wie z.B. "Odessa und die Geheime Welt der Bücher" :-)

    LG Eva

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    1. Nun ja, äh, sorry, wenn meine Rezension die einer spannenden und sich lohnenden Geschichte sein soll, dann habe ich wohl was falsch gemacht. ;)

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    2. Ei, ei ,ei, da habe ich das wohl nicht ganz richtig interpretiert oder hatte wieder nur den Klappentext im Kopf X-D

      Dir hat das Buch nicht so gefallen, nehme ich an aber ich werds mir dennoch irgendwie besorgen und mal lesen :-)

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  2. Was genau ist "schlimm" an dem Wort Protagonist? Deine Aversion dagegen habe ich ja nun schon häufiger mitbekommen, aber den Grund dafür nicht.
    Sina meinte letztens in einem Kommentar, dass das Wort in Rezensionen auch nicht gerne gesehen werde. Woher weiß sie das? Ist das solch ein Un-Wort?

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    1. Das klingt irgendwie technisch. Prota dagegen ist schlimmer weil es auf die Faulheit des Schreibers zurückzuführen ist. Prollmäßig! Wobei ich genau weiß, auf was für eine schiefe Ebene zu Ausrutschen ich mich gerade begebe. Wie willst du den Gegenspieler des "Protas" bezeichnen? "Antag"? Für Antagonisten? Wir verwenden doch schon genug Fremdwörter.

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