Sonntag, 26. Mai 2013

Görlich, Günter: Den Wolken ein Stück näher

Auch diesen Jugendroman habe ich mit 12 oder 13 verschlungen. Im Jahr 1971 kam er erstmals im Kinderbuchverlag der DDR heraus. Der Autor Günter Görlich war ein bekannter Schriftsteller damals, heute kennen ihn wahrscheinlich nicht so sehr viele.

Zum Inhalt:

Der Schüler Klaus Herper zieht mit seiner Familie nach Berlin. Neue Wohnung, neue Schule, neue Freunde. Und ein Lehrer, wie es ihn heute wie damals wohl nicht zu oft gibt. Albert Magnus erkennt sehr schnell, das Klaus und Heinz Mateja, der Klassenprimus, gute Freunde werden könnten und für die Klasse ein gutes Gespann abgeben würden. Doch zuerst gibt es ein paar Reibereien.

In den Herbstferien fährt die achte Klasse in ein Schullandheim auf die Insel Hiddensee. Dort erzählt Magnus von seiner Jugendzeit. Doch als sie Schüler nach den Ferien wieder in die Schule kommen, werden sie vom Tod ihres geliebten Lehrers unterrichtet. Ob die beginnende Freundschaft zwischen Heinz und Klaus halten wird?

Eine neue Lehrerin übernimmt die Klasse...

Zum Buch:

Zentrales Thema ist die Beziehung zwischen den beiden Jungen, die sich mit ihrer Freundschaft, der Klasse und mit dem Tod des Lehrers auseinander setzen müssen. Daneben geht es auch um die Freundschaft zwischen Klaus und Karin, die ganz langsam zu etwas mehr wird. Interessant ist auch, wie sich beider Väter, der eine Parteisekretär, der andere Brigadeleiter im selben Betrieb auseinandersetzen und näher kommen. Ein DDR - spezifisches "Markenzeichen" in der Schule: Die Produktionsarbeit. Kurz PA genannt. Wie löst man dabei zwischen Schule, Betrieb, Patenbrigade und Eltern Konflikte zwischen Lehrmeistern und Schülern?

G. Görlich beschreibt den Alltag in der DDR. Es geht ihm um die Menschen in ihrem Umfeld, ihrer natürlich um die Jugendlichen. Er schreibt über und für die DDR. Außerdem schreibt er ehrlich. Viele Leser können sich in diesem Buch wieder finden. Zumindest kann ich das für mich mit gutem Gewissen behaupten. Inzwischen könnte man das Buch auch als Geschichtsbuch bezeichnen, denn der jüngeren Generation wird "oftmals beigebracht", dass der östliche deutsche Staat als Diktatur insgesamt nur grau und unmenschlich gewesen ist.

Wenn man andere Jugendbücher aus dieser Zeit liest, dann wird auf dieses hier oft Bezug genommen, den es war wirklich weitläufig bekannt. Auch Görlich verwendet hier als Bindeglied ein bekannte Kinderbuch von Benno Pludra: Tambari. Der Lehrer Magnus empfiehlt das Buch dem Heinz und dem Klaus gleichermaßen. Später bekommt der Leser mit, dass die beiden nicht die einzigen Schüler sind, denen der Lehrer das Buch empfohlen hat.

Das Buch wurde auch verfilmt. Kurt Böwe spielt die Hauptrolle in dem gleichnamigen DEFA Film. Wenn ich darauf Einfluss hätte, dann würde ich den Film ungefähr in der siebenten Klasse im Geschichtsunterricht oder Gesellschaftskunde einsetzen. Auch wenn die jungen Leute von heute, mit der Art und Weise der "Filmemacherei" von "damals" nicht so viel am Hut haben. Aber das kann ja eine gute Methodik wettmachen.


Im übrigen kann ich das "DDR TV-Archiv" nur empfehlen.


zum Autor 
Deutsche Nationalbibliothek

© karatekaDD; 16.06.2013

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